Demonstrationen und Veranstaltungen am 1. Mai
Demonstrationen und Veranstaltungen am 1. Mai
Heilbronn. Mit über 800 Leuten war die Teilnahme an der diesjährigen MaiDemonstration des DGB größer als in den letzten Jahren. Der DGB-Vorsitzende K. Rücker kritisierte die Bundesregierung und „ihre geistigen Sponsoren aus dem Unternehmerlager“: „Kein wirtschaftlich langsames Ankoppeln der Ostländer, kein Abklopfen auf erhaltenswerte Strukturen in den Ostländern, nur profitorientierter Markt, war und ist (ihre) Linie."
Mannheim. An der Demonstration zum 1. Mai beteiligten sich dieses Jahr mit ca. 500 Leuten deutlich weniger als noch im Vorjahr. Vorangegangen war eine mehrwöchige Auseinandersetzung, ob eine Demonstration überhaupt stattfinden solle; IGM und ÖTV sprachen sich im DGB-Kreisvorstand gegen eine Demonstration aus, die kleineren Gewerkschaften und auch die IG Chemie dafür. Mairedner war Werner Vitt, bis 1988 stv. Vorsitzender der IG Chemie-Papier-Keramik. Er attackierte die Steuerpolitik der Bundesregierung und ihre Politik in der ehemaligen DDR. Ulm. 1500 bis 2000, und damit um die Hälfte weniger als im Vorjahr, beteiligten sich an der Demonstration und Kundgebung. Die Demonstration war geprägt von der Teilnahme ausländischer Kollegen.
Esslingen. Auf der gewerkschaftlichen Maiveranstaltung, die wegen der Witterung kurzfristig in den Saal verlegt wurde, sprachen vor dem Esslinger DGB-Kreisvorsitzenden eine kolumbianische Blumenarbeiterin und ein kurdischer Betriebsrat.
Stuttgart. Die vorgesehene Demonstration wurde vom DGB unmittelbar vor Beginn abgesagt und in den Saal verlegt. Bei der von etwa 2000 Leuten dennoch durchgeführten Demonstration stand die Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf im Mittelpunkt. Etwa 1 200 Teilnehmer zogen nach der Kundgebung auf dem Marktplatz zum türkischen Konsulat.
In Karlsruhe beteiligten sich 800 Leute an der Mai-Demonstration, im Vorjahr waren es noch knapp 2000 gewesen. Auch bei der Kundgebung an der Seebühne waren es wenig. Die Kundgebungsreden waren wenig erfreulich — Ausnahme: die Rede einer kolumbianischen Blumenarbeiterin, die die von den imperialistischen Konzernen diktierten Arbeits- und Lebensbedingungen angriff. Beim anschließenden Kulturfest des DGB sprach auch die ERNK.
Freiburg. Ca. 600 beteiligten sich an der Demonstration des DGB. Hauptrednerin war die nordrhein-westfälische Ministerin Brusis. Der Kreisauschuß hatte zwar auch beschlossen, einen Kurden sprechen zu lassen, dazu kam es jedoch nicht. Begründung des DGB-Vorsitzenden Dresen: Man habe keinen Kurden gefunden und einen, der zur Revolution aufrufe, wolle man nicht sprechen lassen. Der 1. Mai endete nach der Rede Brusis, die im wesentlichen SPD-Propaganda betrieb, in Bierseeligkeit und Dixielandstimmung.
In Konstanz nahmen 150 an der Zeltveranstaltung teil. Am Vortag hatte der ÖTV-Bezirkssekretär ein Interview im „Südkurier" gegeben, das unter der Überschrift „1. Mai — ein Familienfest“ stand. — (Red.)