Militaristen an der Hochschule planen paramilitärische Übung Konstanz
Militaristen an der Hochschule planen paramilitärische Übung
Konstanz. Die „Reservisten Hochschulgemeinschaft Konstanz" (RHG) beschränkt sich offenbar nicht darauf, die Werbetrommel für den „Dienst an der Waffen“ zu rühren. Nicht um geselliges Beisammensein geht es den studierenden Reservisten; sie wollen offenbar in erster Linie nicht aus der Übung kommen. Jedenfalls lädt die RHG für „die Nacht vom 28. auf den 29.6.91" zum „Kombinierte(n) Militär-Geschicklichkeits-Wettkampf Bodanrück ’91“ ein. Teilnehmen daran sollen „Reservisten und Aktive der Bundeswehr" in einer — Ordnung muß sein — gemeldeten Mannschaft. Diese, „Trupps zu 3 Mann“ sollen zur bezeichneten Zeit den Ernstfall auf dem Bodanrück üben. Die Aufgaben, die sich die RHG-Oberen ausgedacht haben, lassen Kommißköppen das Herz im Leibe schlagen: „Lösen von'Orientierungsaufgaben mit Karte“, „Bewältigen der Marschstrecke von ca. 35 km im Trupp zu Wasser (Schlauchboote) und zu Land in vorgegg. Zeit“ und, krönender Höhepunkt: „Schießergebnis Sonderübung G3 im Trupp (Feuerstoß, Hüftanschlag, 30m Entfernung, drei Scheiben, Truppweise)“, zack, zack! Und wer die Knarre und ähnliche Utensilien nicht zuhause im Schrank stehen hat, kein Problem: „Grünzeug (Tarnung!) und Ausrüstung kann gestellt werden“. Höchste Zeit, daß diesem militaristischen Unfug, der offenbar nicht zum ersten Mal stattfindet, Einhalt geboten wird. Hier sind die ASten an Uni und FH gefordert; Vereine, die solchermaßen das Töten üben, gehören verboten. — (jüg)