Heft 13 vom 27.06.1991 3/13 scan 2026-05-29

Cherisy: Mieterfreundliche Lösung in Sicht Wohnraum für Studenten gesichert



Cherisy: Mieterfreundliche Lösung in Sicht Wohnraum für Studenten gesichert

Konstanz. Für die in den Häusern I — IV ca. 350 wohnenden Menschen ist zwar letzte Woche aus formaljuristischen Gründen die Kündigung ihres Mietvertrages zum 31. März 1992 ins Haus geflattert, weil die Verträge der „Neuen Arbeit", die diese Häuser verwaltet, mit dem Bundesvermögensamt zu diesem Zeitpunkt auslaufen. Jedoch Panikstimmung gibt es bei den Bewohnern nicht, weil klar ist, daß man danach nicht auf der Straße liegt. Unter der Bedingung, daß in diesen Häusern ausschließlich Studenten wohnen, hat das Bundesvermögensamt im April folgendes Angebot unterbreitet: Ein Erbpachtvertrag von 60 bis 99 Jahren für die vier Gebäude samt den zugehörigen Grundstücken zu ein bis zwei Prozent vom Marktwert oder Kauf (ca 7 Mio Mark für Grund und Boden, ca. 4 Mio Mark für die Gebäude). Bei der Zugrundelegung des Pachtzinses oder des Kaufpreises wird noch ein Abschlag von 15% vom Marktpreis vorgenommen. Pro studentischen Wohnplatz gibt es etwa 18 000 Mark an Zuschüssen vom Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg. Damit wäre die „Neue Arbeit" in der Lage, die Gebäude, soweit studentisch belegt, zu kaufen. Somit ist für die studentischen Bewohner alles geritzt. Weiterverhandelt werden muß noch für ca. 25% nichtstudentischen Mieter. Darunter sind etliche alleinerziehende Mütter mit mehreren Kindern, die auf Sozialhilfeniveau leben, allerdings auch einige Leute mit besserem Einkommen. Anzustreben wäre durch weitere Verhandlungen, daß zumindest für die Sozialwohnungsberechtigten Zuschüße zum Erhalt ihrer preisgünstigen Zimmer/Wohnungen aus öffentlichen Geldtöpfen locker gemacht werden, um Mietsteigerungen von ca. 100% zu verhindern. Sollten für die nichtstudentischen Mieter keine Fördermittel fließen, so denkt die „Neue Arbeit" über den Verkauf einiger Wohnungen zwecks Finanzierung dieser Wohnplätze nach. Einige Mieter haben schon Kaufinteresse signalisiert. Das Eigentumsmodell soll nach Bekunden der „Neuen Arbeit" sozialverträglich gestaltet werden. Außerdem will sie auch den Geländestreifen zwischen Fürstenbergstraße und den Häusern I — IV pachten, um eine mögliche Randbebauung zu verhindern, oder wenn dies von den politischen Rahmenbedingungen nicht möglich ist in Eigenregie bauen zu können. Verständlicherweise sind die jetzigen Bewohner gegen eine Randbebauung, aber man muß auch an die vielen Menschen denken, die von der akuten Wohnungsknappheit betroffen sind. —(anw)

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