Städtepartnerschaft Diyabakir - Karlsruhe
Städtepartnerschaft Diyarbakir — Karlsruhe
Karlsruhe. Am 21.6. nahmen 90 bis 100 Leute an der Veranstaltung zur Vorstellung einer Städtepartnerschaft „von unten" zwischen der kurdischen Stadt Diyarbakir (Amed) und Karlsruhe statt. Den Aufruf dazu unterstützen 18 Organisationen und Parteien sowie Einzelpersonen. Sieben Mitglieder des Ausländerbeirates nahmen teil. Leider waren mehr kurdische und türkische Leute als deutsche da.
Auf der Veranstaltung redete Rechtsanwalt Orhan Dogan, Mitglied des Rechtsanwaltsvereins Diyarbakir und Vorsitzender des Menschenrechtsvereins (iHD) von Sirnak, über das neue „Antiterrorgesetz“ der Türkei, über die Stadt und das Militärgefängnis Diyarbakir und die aktuelle Entwicklung in Türkisch-Kurdistan.
Das Kurdistan Komitee stellte das Projekt vor: Beziehungen zwischen den Menschen und ihren demokratischen Organisationen auf Grundlage des Selbstbestimmungsrechts der Völker. Für das erste Projekt - Unterstützung der Gefangenen im Militärgefängnis, ihrer Angehörigen und den Angehörigen der ermordeten und verschwundenen kurdischen Patrioten - wurden 200 DM gespendet. Ein Dia-Vortrag von den Grünen stellte die Stadt Diyarbakir vor. Reichlich Wirbel löste das Vorhaben beim türkischen Generalkonsulat und beim Verein für deutsch-türkische Zusammenarbeit und Freundschaft aus. Zehn Mitglieder dieses Vereins sowie die türkischen Zeitungen Hürriet und DOST, beide nicht als „Kurdenfreunde“ bekannt, waren da. Sie versuchten, die anwesenden türkischen und kurdischen Leute gegeneinander auszuspielen. Ganz großtürkisch gegen den kurdischen Aufstand forderten sie „Diyarbakir ist und bleibt türkisch" und griffen Leute vom Kurdistan-Komitee als Unterstützer von „Separatisten“ an. — (rub)