Veranstaltung "Friedensstifter UNO?"
Veranstaltung „Friedensstifter UNO?“
Waldkirch. Am 4.6. führte das Elztäler Komitee zu diesem Thema eine Veranstaltung durch. Referenten waren: Major Güttler (Bundeswehr), ein Vertreter der GRÜNEN und ein Vertreter des Komitees gegen den Krieg am Golf (Freiburg). Hauptkontroverse: Muß die BRD Verantwortung in der Welt übernehmen, auf jeden Fall im Rahmen der UNO, aber auch darüber hinaus mit Bundeswehrsoldaten militärisch „den Frieden sichern“?
Major Güttler versuchte, die Notwendigkeit von weltweiten Bundeswehreinsätzen v.a. als Entlastungs-ZUnterstützungsaktion für die armen Länder der Dritten Welt zu begründen: Es ginge nicht an, „daß wir fett und satt auf unseren Ärschen hocken, während die Länder der Dritten Welt im Rahmen von UNO-Blauhelmmissionen ihren Kopf hinhalten". Wir alle verdankten dem Entstehen der UNO als Zusammenschluß gegen Hitler-Deutschland, daß „wir heute hier zusammen diskutieren können und keiner von Ihnen heute Verwalter in Odessa (UdSSR) spielen muß“. Dem wurde entgegengehalten, daß es hauptsächlich der Widerstand der Roten Armee war, der das faschistische Deutschland besiegt hat, daß es nicht zulässig sei, dem weltweiten Einsatz der Bundeswehr eine „antifaschistische" Tradition anzudichten.
Die beiden anderen Referenten vertraten, daß die Sorte „Friedenssicherung“, wie sie die USA etc. im Golfkrieg praktiziert hätten, keines der Probleme der Nahost-Region gelöst, sondern alle verschärft habe. Entscheidend sei, ob es in der UNO oder sonstwo gelänge, den Interessen der großen Mehrzahl von Staaten, die von den reichen Industrienationen ausgebeutet, unterdrückt würden, gegen diese Politik Geltung zu verschaffen. Staaten wie die BRD, die immer die Forderungen nach einer gerechten Weltwirtschaftsordnung bekämpft haben, hätten keinerlei Recht, diese reaktionäre Politik auch noch militärisch absichern zu wollen. — (mab/Red)