Konstanzer Frauenhaus wird 1993 Realität Konstanz
Konstanzer Frauenhaus wird 1993 Realität
Konstanz. Wie schon in der letzten Ausgabe der „Kommunalen Berichte“ geschildert, wird 1993 ein Frauenhaus in Konstanz eingerichtet. Der aktuelle Stand im Kampf um ein Frauenhaus wurde von Elke Naschold (Verein „Frauen helfen Frauen“) anläßlich einer Veranstaltung im Kulturladen am 10. Oktober referiert. Das Thema stieß auf großes Interesse (70 Besucherinnen), wahrscheinlich aufgrund der Tatsache, daß seit Frühjahr 1991 nichts Konkretes vom den Initiatorinnen zu erfahren war. Vor allem zwei Punkte wurden von Elke Naschold kritisiert: 1., daß statt der geforderten 20 nur 8 Plätze für Konstanz zur Verfügung stehen werden. Weitere 12 Plätze werden in Singen, bzw. Radolfzell eingerichtet werden. Allerdings wird sich der Verein erst 1993, wenn die Realität — ständige Überbelegung der Räume — Tatsachen schafft, mehr Plätze fordern. 2. Kritikpunkt war, daß die Finanzierung der anfallenden Kosten über das Bundessozialhilfegesetz gedeckt werden soll. Der Verein streitet seit seiner Gründung 1989 für einen eigenen Haushaltstitel „Personalkosten Frauenhaus", um die gesellschaftlich politische Dimension dieses in den Privatbereich abgeschobenen Problems zu verdeutlichen. Die sich anschließende Diskussion bestand vor allem aus Fragen an Frau Naschold, wobei besonders der Punkt: „Wie kann die Umwelt für Gewalt gegen Frauen sensibilisiert werden" im Vordergrund stand, wobei die Rolle der Männer (mit oder gegen sie, Täter oder selber Opfer) umstritten war. Außerdem wurde kritisiert, daß ein Frauenhaus nur die brutalsten Auswirkungen des patriarchalen Systems dämpfen kann, der Kampf um Gleichberechtigung aber auf vielen Ebenen stattfinden muß. — (ans)