Heft 22 vom 31.10.1991 3/22 scan 2026-05-29

Konzerne knüpfen an Politik der faschistischen Achsenmächte an



Konzerne knüpfen an Politik der faschistischen Achsenmächte an

Anfang Oktober kamen in Baden-Baden „unter höchster Geheimhaltungsstufe“ die Konzernetagen von Daimler-Benz und Mitsubishi zusammen. Bereits 1990 wurden gemeinsame Projekte in den Bereichen Luftfahrt und Materialbeschaffung vereinbart sowie der gemeinsame Vertrieb von „Luxuskarossen aus Stuttgart" in Japan. Über das Treffen in Baden-Baden ließen die Konzernsprecher mitteilen, beide Seiten seien hochgradig daran interessiert, ihre Zusammenarbeit nicht nur fortzusetzen, sondern zu intensivieren. Die ersten gemeinsamen Konzerntreffen von Mitsubishi und Daimler-Benz 1990 in Singapur hatten in der internationalen Öffentlichkeit zu Diskussionen um die wiederentstehende „Achse Berlin — Tokio“ geführt. Reuter hatte die Öffentlichkeit damals damit beruhigt, daß in der globalen Konzernstrategie von Daimler-Benz „alle, auch die Amerikaner, Franzosen und Briten als Kooperationspartner eine Rolle spielen“. Das Treffen in BadenBaden diente ganz offensichtlich vor allem dazu, die Aufteilung der Märkte im Osten sowie gemeinsame Expansionsvorhaben in Osteuropa und der Sowjetunion abzustecken. Damit knüpfen die Konzerne tatsächlich wieder an der Politik der faschistischen Achsenmächte an. — (map)

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