Über 5000 demonstrieren gegen Ausländerfeindlichkeit
Über 5 000 demonstrieren gegen Ausländerfeindlichkeit
Stuttgart. Die landesweite Demonstration am 10.11.91 stand unter dem Motto „Miteinander leben — Gegen Fremdenhaß und Gewalt“. Der Sprecher der Asyl- und Flüchtlingsgruppen in BadenWürttemberg, Werner Baumgarten, machte in seiner Rede die „konzentrierte Medien- und Politikerkampagne" gegen die Flüchtlinge für die gewalttätigen Übergriffe verantwortlich. Er forderte keine Änderung des Grundgesetzes und eine menschenwürdige Unterbringung. Menschen aus Krisengebieten müsse politisches Asyl gewährt werden, insbesondere die kurdischen Flüchtlinge dürften nicht abgeschoben werden und auf den Nato-Staat Türkei sei einzuwirken, den Kurden endlich „Autonomierechte einzuräumen“. Der DGBVorsitzende Pommerenke forderte, „am Grundrecht auf Asyl festzuhalten", zugleich aber auch eine Verkürzung und Straffung der Asylverfahren sowie eine Harmonisierung auf europäischer Ebene. OB Rommel, dessen Auftritt umstritten und von Pfiffen begleitet war, erklärte, durch „Rassenhaß und Rassenstolz“ werde der Bau eines neuen Europa und die Zusammenarbeit verschiedener Kulturen und Länder gestört. — (rac)