Menschenhandel im Krieg
Menschenhandel im Krieg
Die Baden-Badener Hotel- und Gaststättenvermittlung hat „bereits 125 Leute aus Kroatien im Hotel- und Gaststättengewerbe in Baden-Württemberg unterbringen können“. Beschäftigt werden sie mit dreimonatigen Saisonarbeitsverträgen. Auf Initiative des baden-württembergischen Innenministeriums werden Saisonarbeiter aus Kroatien auch über die drei Monate hinaus beschäftigt werden können. Denn sie werden als Flüchtlinge anerkannt und erhalten sofort „Duldung". Als ausgebildete Fachkräfte mit „Deutschkenntnissen" sind sie „besonders beliebt“. Jetzt will die Baden-Badener Fachvermittlung im Stile einer Schlepperorganisation weitere Arbeitskräfte aus Kroatien anwerben. Es seien noch 600 offene Stellungen im Küchen- und 400 Stellen im Servicebereich zu besetzen. Da es Probleme mit der Erledigung der amtlichen Formalitäten in den jugoslawischen Kriegsgebieten gibt, erteilen mittlerweile die deutschen Konsulate in Graz und Klagenfurt in Österreich die notwendigen Papiere. Diese Praktiken werden nun nachträglich auch auf Regierungsanweisung von der Bundesanstalt für Arbeit Nürnberg gedeckt. Die Stadt Leonberg leistet bei diesen Schlepperdiensten „partnerschaftliche Hilfe". „Das arbeitslose Personal“ aus dem Fremdenverkehrsgewerbe der Partnerstadt Rovinj soll ab Mitte November untergebracht werden. Quelle: 8/VN vom 22. u. 24.10..4.11.— (rub)