Heft 24 vom 29.11.1991 3/25-26 scan 2026-05-29

Studentenwerk Konstanz: Preis- und Mieterhöhungen



Studentenwerk Konstanz: Preis- und Mieterhöhungen

Konstanz. Trotz Protesten von Studierenden und des AStAs der Universität hat der Verwaltungsrat des Studentwerks Konstanz den von der Leitung vorgelegten Wirtschaftsplan Anfang November in ungeänderter Form beschlossen. Damit kommen auf die Studierenden von Universität und FH Konstanz sowie der PH Weingarten einschneidende Miet- und Preiserhöhungen zu. Studentenwerksleiter Unger schraubt vom kommenden Jahr an die Mietpreise in den Studentenwohnheimen um Beträge bis zu 32,1% in die Höhe. Die Kosten für Mensaessen sollen um 20 Pfennig ansteigen, an Sozialbeiträgen will das Studentenwerk künftig 3,35 DM mehr kassieren. Außerdem sollen auch die Elternbeiträge für Kindergarten und Krippe drastisch verteuert werden: Über das doppelte sollen Eltern für den Kindergarten zahlen. Unger begründete die Leistungsverteuerungen mit gestiegenen Kosten. Der AStA erklärte, das StuWe werk lasse die Preise „deutlich über das Niveau der Teuerungsrate steigen“. Es erwirtschafte außerdem nicht unerhebliche Überschüsse, für 91 werde mit über 1 Mio. DM gerechnet. Der AStA protestierte mit einer VV, einer Presseerklärung und einer Aktion während der offiziellen Amtsübergabe des Rektorpostens von Sund an Rüthers gegen die Preiserhöhungen. Immerhin 15 Minuten ließ sich Wissenschaftsminister Trotha herab, mit den Studierenden zu diskutieren, bevor er sich aus dem Staub machte. Immerhin: ein erneutes Gespräch zwischen AStAVertretern und v. Trotha wenige Tage danach brachte wenigstens die Zusicherung, der Minister werde die studentischen Argumente „prüfen". Dem akademischen Nachwuchs der Union, dem RCDS, blieb es angesichts dieses skandalösen Vorgehens des Studentenwerks zu Kampfmaßnahmen aufzurufen: er forderte auf einer Mitgliederversammlung einen Mensaboykott gegen die Preiserhöhungen bei Mensaessen. — (jüg)

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