Heft 24 vom 29.11.1991 3/25-26 scan 2026-05-29

IG Metall: „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“



IG Metall: „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“

Aus der Mannheimer Erklärung der Vertrauensleute IGM Bezirk Stuttgart zum Thema Asyl und Ausländerfeindlichkeit vom 9. November 1991

1. Die IG Metall bekennt sich uneingeschränkt zu Art. 16 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland ... 3. Die IG Metall verurteilt gewalttätige Übergriffe gegen Menschen und deren Unterkünfte. Diese Ausschreitungen und Anschläge sind durch nichts zu rechtfertigende kriminelle Gewalttaten, denen der Rechtsstaat, aber auch alle Bürgerinnen und Bürger, mit Entschiedenheit entgegentreten müssen. Wer schweigt, macht sich mitschuldig.

4. Die IG Metall fordert dazu auf, verstärkt jene Probleme zu lösen, die aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen zur Flucht von Menschen aus ihren Heimatländern führen. Es ist unerträglich, wenn beispielsweise aus unserem „Nato-Partnerland" Türkei Menschen fliehen müssen, »eil dort elementare Menschenrechte aufs gröbste verletzt werden. Eine nicht politisch motivierte Armutswanderung wird weiter zunehmen, solange die Industrienationen keine angemessene Entwicklungshilfe leisten und wir alle gemeinsam nicht bereit sind, für Produkte aus der Dritten Welt gerechte Preise zu bezahlen.

5. Die IG Metall nimmt die Sorgen und Nöte von Menschen ernst, die auch in unserem Wirtschaftssystem an den Rand gedrängt werden, Wohnungsnot erleben oder um ihre Arbeitsplätze furchten. Wir müssen ihnen aber deutlich machen, daß für diese Probleme nicht Asylbewerber verantwortlich sind ...

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