Erneut faschistische Überfälle auf Ausländerinnen
Erneut faschistische Überfälle auf Ausländerinnen
Die Antifaschistinnen müssen gemeinsam gegen den faschistischen Pöbel vorgehen
Die Gewalt gegen Ausländerinnen in Konstanz geht weiter. Im Dezember überfielen Unbekannte eine Sammelunterkunft von Asylbewerbern und traten dabei die Eingangstür ein. Die Menschen in der Unterkunft sind durch diesen Überfall stark eingeschüchtert worden.
In der Nacht vom 4. auf den 5. Januar zerstachen unbekannte Täter an neun Autos, die Asylbewerber nutzten die Reifen. Obwohl noch andere Fahrzeuge in der Straße abgestellt waren, wurden nur die von Flüchtlingen .beschädigt. Es handelt sich um einen gezielten Angriff gegen Flüchtlinge.
Schon längere Zeit zurück liegt ein Angriff gegen einen Student der Fachhochschule. Am 12. November abends wurde an der neuen Rhein-Fußgängerbrücke der Student ohne Grund und ohne Vorwarnung von ein paar Jugendlichen angegriffen. Er wurde geschlagen und beschimpft. Die Jugendlichen ließen erst von ihm ab, als er am Boden lag.
In Konstanz gibt es zahlreiche Initiativen, Organisationen und Parteien, die sich gegen Ausländerfeindlichkeit und Diskriminierung wenden. Einige Resolutionen gegen Fremdenfeindlichkeit wurden verabschiedet. Deshalb wäre es sinnvoll, wenn sich die verschiedenen Gruppierungen gerade hinsichtlich der Landtagswahlen zusammensetzen und beraten, welche gemeinsamen Möglichkeiten im Kampf gegen Faschismus und Ausländerfeindlichkeit bestehen. Die verschiedenen Aktionen können von einem gemeinsamen Plakat über Flugblätter, die den Zusammenhang staatlicher Politik und faschistischem Terror aufzeigen, bis hin zu gemeinsamen Ständen in der Stadt zur Verhinderung von faschistischen Auftritten gehen. Wie in der letzten Ausgabe angekündigt, lädt die ALL zu einem Treffen ein.
Im folgenden dokumentieren wir die Einladung.
„Am 12. April finden in Baden-Württemberg Landtagswahlen statt. An diesen Wahlen werden sich auch Parteien und Organisationen beteiligen, deren politische Inhalte als rechtsextrem oder auch faschistisch, zumindest aber menschenverachtend bezeichnet werden können.
Aus den beigelegten Artikeln aus „Kommunale Berichte" und „Neuen Nebelhorn" könnt ihr die neuesten, uns bekannten Entwicklungen in diesem Bereich nachlesen, so daß wir hier nicht nochmals auf die rasante Zunahme von Bedrohungen, Angriffen, Anschlägen usw. gegen Ausländerinnen, Andersdenkende, Schwule etc. hinweisen müssen.
Diese Organisationen werden — nach ihren eigenen Aussagen — aktiv am Landtagswahlkampf teilnehmen. Das bedeutet, daß mit rassistischen Plakaten ebenso zu rechnen ist, wie mit verstärktem Auftreten in der Stadt. Diese Gruppierungen werden den Landtagswahlkampf nutzen, um ihre menschenverachtende Politik weiter zu verbreiten. Schon jetzt ist der faschistische Terror gegen die hier lebenden Flüchtlinge unerträglich.
Die Argumente, diese Gruppierungen nur aufzuwerten, wenn Mensch sich damit auseinandersetzt sind durch die neuesten Entwicklungen, auch in Konstanz, überholt, wenn sie jemals überhaupt Gültigkeit hatten. Wir halten es für notwendig, daß wir uns darüber unterhalten, wie wir gerade zu diesen Wahlen gemeinsam einen Beitrag gegen diese faschistischen Entwicklungen leisten können. Deshalb laden wir euch zu einem Treffen am 22. Januar 1992 um 20 Uhr ins Nebenzimmer des Hotel Barbarossa ein Diesen Brief erhalten: DGB, SPD, UStA der FH, AStA der UNI, FGUDie Grünen, Jusos, VSP, Dritte Welt Laden, VVN/BdA, ai, DKP, AK Asyl, Volksfront gegen Reaktion, Faschismus und Krieg.“