Heft 1 vom 13.01.1992 4/1 scan 2026-06-06

Proteste gegen Preiserhöhungen des Studentenwerks



Proteste gegen Preiserhöhungen des Studentenwerks

Wie an anderen Hochschulen des Landes auch plant das Studentenwerk Konstanz einen Rundumschlag gegen die Studierenden. Der im November verabschiedete Wirtschaftsplan für 1992 sieht Mieterhöhungen zwischen 8 und 23 % in den Wohnheimen und eine Verteuerung des Mensaessens um 20 Pfennig vor. Außerdem will Studentenwerksleiter Unger die Sozialbeiträge um 3,35 DM verteuern und die Preise für Kinderversorgung zwischen 90 und 110% erhöhen. Schon in den letzten beiden Jahren kassierte das Studentenwerk, das neben Uni und FH auch die PH Weingarten versorgt, mehr für Essen und Mieten. Im Gegensatz zu damals allerdings regt sich nun Protest. Noch im November, vor der entscheidenden Sitzung des Verwaltungsrats, organisierte der AStA, in dem u. a. Jusos und Grüne arbeiten, eine Uni-Vollversammlung, die sich einstimmig gegen die Preiserhöhungen aussprach. Trotz Protesten von Studierenden — rund 200 Leute drängten sich Vor dem Sitzungsraum peitschte Unger seinen Wirtschaftsplan durch. Auf einer Veranstaltung zur Einführung des neuen Rektors Rüthers, für die sich Wissenschaftsminister v. Trotha angekündigt hatte, forderten 1000 Studierende vom Minister eine Diskussion über den Wirtschaftsplan. v. Trotha sagte schließlich zu, sich mit dem AStA zu unterhalten. Das geschah auch, blieb jedoch ergebnislos. Eine zweite Vollversammlung beschloß daraufhin einen Cafeteriaboykott und regte einen Mietboykott an. Der zweitägige Boykott der Cafeteria Mitte Dezember war nach Einschätzung des AStA ein voller Erfolg, der Mietboykott läuft eher zäh. Für Januar sind weitere Aktionen geplant. — (jüg)

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