Bayerisch-württembergische Fusion vorläufig gestoppt.
Bayerisch-württembergische Fusion vorläufig gestoppt.
Das Bundeskartellamt hat jetzt die geplante Fusion zweier süddeutscher agrargenossenschaftlicher Unternehmen, der bayerischen BayWa AG (11400 Beschäftigte) und der württembergischen WLZ Raiffeisen AG (2420 Beschäftigte), untersagt. Die Unternehmen wollen den Zusammenschluß dennoch durchsetzen und kündigten den Antrag für eine Ausnahmegenehmigung durch den Wirtschaftsminister bzw. eine Klage an. Interesse verdient diese Entwicklung aus mehreren Gründen: Erstens würde im süddeutschen Raum eine Monopolorganisation für den Agrarhandel entstehen, insbesondere für den An- und Verkauf von Getreide, mit entsprechenden Folgen für die Bauern und den Zwischenhandel einerseits und die Weiterverarbeiter (Bäckereien, Brauereien etc.) andererseits. Zweitens erhalten die einst von Späth so vehement betriebenen Pläne zur Großbankenbildung neue Impulse: Eigentümer sowohl der BayWa als auch der WLZ sind mehrheitlich die Raiffeisen-Sparkassen. Drittens ist bemerkenswert, daß hier die württembergische Seite nicht in die traditionelle Richtung nach Baden expandiert, sondern Anschluß nach Bayern sucht. — (alk)