Diskussionsbeitrag zum Charakter der realsozialistischen Gesellschaften
Diskussionsbeitrag zum Charakter der realsozialistischen Gesellschaften
**Der vorliegende Beitrag ist das Manuskript eines Referates, das am 17.12.91 auf der Veranstaltung „Das Ende des Sozialismus — die Zukunft der Linken“ im K9 gehalten wurde. Es handelt sich dabei nicht um einen abgeschlossenen Aufsatz, sondern um Arbeitsthesen, die zum Weiterdenken anregen sollen. Der Autor beansprucht nicht damit eine erschöpfende Analyse des „Realsozialismus“ vorzulegen, wohl aber dessen zentrale Aporie zu benennen.
Ausgehend vom Kern der marxschen Kritik der politischen Ökonomie — der marxschen Analyse und Kritik von Warenproduktion und Tauschwertvergesellschaftung — sowie der Einsicht der Kritischen Theorie in den verdinglichten Charakter moderner Herrschaft geht es dem Autor um eine Kritik des „Realsozialismus“ und des traditionellen Arbeiterbewegungssozialismus insgesamt, welche dessen Beschränktheit zu überwinden versucht, ohne gleichzeitig in eine billige Apologetik des bestehenden zu verfallen, wie sie für die gegenwärtig modische Marktwirtschaftsbegeisterung kennzeichnend ist.
Kritik, Anmerkungen und Diskussionsbeiträge dazu sind erwünscht.**
1. Den großen historischen Entwicklungslinien nach betrachtet steht die Sozialdemokratie für das Schicksal der „westlichen“, die kommunistischen Staatsparteien des sog. realen Sozialismus für das Schicksal der „östlichen“ Richtung des klassischen Arbeiterbewegungssozialismus.
Die Erfolgsbilanz der Sozialdemokratie besteht darin, die bürgerliche Emanzipation der Lohnarbeit erkämpft und an der Herausbildung und Durchsetzung moderner kapitalistischer Verhältnisse mitgewirkt zu haben: an der Verrechtlichung aller innergesellschaftlichen Beziehungen nach dem Prinzip der Tauschgerechtigkeit an der Verstaatsbürgerlichung der Arbeiter und aller Gesellschaftsmitglieder an der Herausbildung des modernen bürgerlichen Sozialstaates im Unterschied zum liberalen Nichtinterventionsstaat des bürgerlichen Liberalismus.
Weit davon entfernt, die kapitalistische Basisstruktur — Warenproduktion und Wertförmigkeit des gesellschaftlichen Zusammenhangs und der gesellschaftlichen Reproduktion — zu transzendieren, ging es der klassischen Arbeiterbewegung vielmehr stets um die bessere Teilhabe an der kapitalistischen Gesellschaft, gewissermaßen um die Indienstnahme der kapitalistischen Verhältnisse für „Arbeiterinteressen“.
Auf dem Hintergrund der von gesellschaftlichen Verhältnissen, die noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein stark durch vorkapitalistische Strukturen gekennzeichnet waren, konnte der Kampf um die Emanzipation der Lohnarbeit aus vorbürgerlichen Abhängigkeits- und Unterdrückungsverhältnissen als sozialistische Utopie erscheinen. Heute ist diese bürgerliche Emanzipation der Lohnarbeit vollendet. Ihr Resultat ist die moderne westliche Massendemokratie. In ihr stehen sich nicht mehr eine vom gesellschaftlichen Ganzen ausgeschlossene subalterne Lohnarbeiterklasse und eine den gesellschaftlichen Reichtum usurpierende herrschende Kapitalistenklasse angeblich unversöhnlich gegenüber, sondern die heute zur Totalität gewordene Wertförmigkeit der gesellschaftlichen Reproduktion hält sämtliche Gesellschaftsmitglieder als formell völlig freie und gleiche monadisierte Individuen alle gleichermaßen im eisernen Griff ihres blinden Bewegungsgesetzes, über das sie allesamt nichts vermögen.
Eine Arbeiterbewegung und eine sozialistische Linke, die immer noch am Klassenkampfbild des ausgehenden 19. Jahrhunderts ihre Orientierung sucht, ist heute von der Fortentwicklung der gesellschaftlichen Verhältnisse längst überholt und überflüssig.
2. Der „östliche“ Sozialismus in Gestalt der kommunistischen Staatsparteien stellt die gewissermaßen radikalisierte und militante Variante der Sozialdemokratie dar. Die Eroberung der Staatsmacht zum Zwecke ihrer Dienstbarmachung für die „Arbeiterinteressen“ wurde von der bolschewistischen Variante im Unterschied zur sozialdemokratischen nicht via Wahlen und Parlament, sondern durch militanten Umsturz und Inbesitznahme der Staatsmacht durch die Parteiorganisation verfolgt.
Unter dem Etikett des Sozialismus und durchgesetzt durch die Machtergreifung der russischen bolschewistischen Partei hat in der UdSSR im Gefolge der Oktoberrevolution der Prozeß einer nachholenden Industrialisierung unter besonders rückständigen Bedingungen stattgefunden, der gegen den Druck einer bereits etablierten imperialistischen Weltmarktökonomie einen neuen, sich als „Sozialismus“ mystifizierenden Sonderweg kapitalistischer Vergesellschaftung gehen mußte. Zum Zweck der nachholenden Industrialisierung fand unter administrativem staatlichem Zwang die Verwandlung der subsistenzwirtschaftlichen bäuerlichen Produzenten in Lohnarbeiter, also in unmittelbare Produzenten abstrakten Reichtums, und damit in unmittelbare Produzenten des Kapitals statt. Die vorher kaum entwickelte Warenproduktion und Geldwirtschaft sowie die zugehörige Nationalisierung und Verrechtlichung der Gesellschaft wurde so überhaupt erst hergestellt. Die sowjetische Gesellschaft war insofern damals schon eine Übergangsgesellschaft, nicht zum Kommunismus, sondern zu den entfalteten kapitalistische Verhältnissen, die heute auch dem Namen nach offen anstrebt. Orientiert am Modell der zentralistischen deutschen Kriegswirtschaft des 1. Weltkriegs ging es darum, in der Sowjetunion eine eigenständige nationale Kapitalherrschaft zu schaffen, wozu die Abschottung vom Weltmarkt und die staatlich zentralisierte Mehrwertabschöpfung und Ressourcen-Regulierung notwendige Bedingungen waren.
Dieses Modell war geeignet, mit Hilfe diktatorischen Zwangs eine gewisse nationale Basisindustrialisierung und -Versorgung hervorzubringen, weshalb es zeitweise eine relative Attraktivität für viele auf dem Weltmarkt sonst chanchenlose Länder der Dritten Welt gewinnen konnte. Unfähig war dies Modell aber zum Übergang von der extensiven zur intensiven Industrialisierung, vor deren Aufgabe gestellt die staatliche Planvorgabe und Ressourcenregulierung mit der ihr zugehörigen rohen Form gesellschaftlicher Demokratie zunehmend dysfunktional und kontraproduktiv wirken mußten.
3. Auf der Basis der Warenproduktion und der ihr immanenten Tauschwertlogik wurde der Versuch unternommen, den hinter dem Rücken der Individuen sich vollziehenden Prozeß der Wertverwertung bzw. dessen Marktvermittlung durch staatliche Planung zu substituieren und ihm damit eine am angeblichen gesellschaftlichen Gesamtinteresse orientierten politischen Willen aufzuzwingen. Der damit implizierte Begriff eines “geplanten Marktes“ ist aber ein Widerspruch in sich und eine logische und praktische Unmöglichkeit.
In der warenproduzierenden Gesellschaft ist der soziale Zusammenhang der einzelnen Gesellschaftsmitglieder kein direkter, sondern wertvermittelt. Die Gesellschaftsmitglieder regeln nicht als frei Assoziierte in gemeinsamer Planung und unmittelbarer Kooperation die gesellschaftliche Gesamtarbeit, sondern treten sich als einzelne, voneinander isolierte Privatproduzenten gegenüber, die ihre jeweiligen Arbeitsprodukte als Waren gegeneinander austauschen. In gesellschaftlichen Kontakt treten sie nicht schon von vornherein bei der Produktion. sondern erst nachträglich über diesen Austausch auf dem Warenmarkt, wo sich erst nachträglich zeigt, ob die geleistete Arbeit überhaupt nützlicher Teil der gesellschaftlichen Gesamtarbeit war. Damit die einzelnen Warenproduzenten ihre an sich ganz unterschiedlichen Arbeitsleistungen und Arbeitsprodukte überhaupt aufeinander beziehen können, bedürfen sie der Abstraktion des Wertes und seiner Verkörperung im Geld als eines gemeinsamen Dritten zur Vermittlung.
Die Wertförmigkeit der Arbeitsprodukte — ihre Reduktion auf die für sie verausgabte abstrakt menschliche Arbeit — wird fortan zum bestimmenden Moment der gesellschaftlichen Produktion und Reproduktion.
Der einzelne Warenproduzent stellt Produkte arbeitsteilig für Andere her, wobei ihm der Inhalt seiner Arbeit, sowie seine Ware gleichgültig ist: was ihn allein interessiert ist der Tauschwert seines Produktes, die Menge Geld, die er am Ende dafür bekommt. Seine Arbeit zählt nurmehr als wertschöpfende, abstrakte Arbeit. In ihr ist der Gebrauchswert nur noch Mittel und Träger und damit verschwindendes Moment des Tauschwertes, woraus sich unter anderem die Absurdität ergibt, daß ihre Resultate durchaus destruktiv sein können, solange dabei nur verwertbarer Wert geschaffen wird. Produziert wird nicht im Hinblick auf einen gesellschaftlich notwendigen Bedarf, sondern allein um der Verwertung des Werts willen; Zweck der Arbeit ist nicht die Befriedigung eines konkreten Bedürfnisses, mit dem zusammen sie erlöschen würde, sondern die endlose Anhäufung abstrakter Arbeit. Der Wert wird so zum „automatischen Subjekt“ (Marx) der gesellschaftlichen Produktion und Reproduktion, dessen tautologischer Selbstbewegung alle Gesellschaftsmitglieder unterworfen sind, obwohl sie es selber sind, die, indem sie sich als unabhängige Privatproduzenten zueinander verhalten, den Wert als ihr eigenes gesellschaftliches Verhältnis erst konstituieren. Es ist dies was Marx als den „Fetischcharakter der Warenwelt“ bezeichnet hat und was man auch „Wertfetischismus“ nennen kann.
Zur Verwandlung lebendiger Arbeit in angehäufte tote Arbeit, also Wert, bedarf es notwendigerweise der Marktvermittlung, denn die Bestimmung der Wertgröße hat ihr Maß nicht im je individuellen Warenwert, sondern in der gesellschaftlich durchschnittlich notwendigen Arbeitszeit, die sich selber erst während des Austauschs über eine Vielzahl von Kauf- und Verkaufsakten herstellen kann. Der einzelne Warenproduzent erfährt immer erst nachträglich, ob die zuvor von ihm ausgeführte Privatarbeit der gesellschaftlichen Durchschnittsarbeit entsprach und in den Wertbildungsprozeß eingeht. Wenn nicht, wird die betreffende Arbeit als „unrentabel“ disqualifiziert und kann sch nicht als Wert realisieren. Die gesellschaftliche Produktion erfährt durch den Markt als der notwendigen Realisierungssphäre des Werts eine gewisse wertförmige Regulierung, die sich ihrem Wesen nach aber nur als nachträglicher und blind wirkender Prozeß vollziehen kann, der sich jeder bewußten Planung entzieht.
4. Unabhängiger Privatproduzent 'm Sinne wertförmiger Vergesellschaftung muß nicht ein einzelner Kapitalist, sondern kann auch eine Aktiengesellschaft, ein multinationaler Konzern, ein selbstverwalteter Betrieb oder auch ein Kombinat oder eine LPG sein. Entscheidend ist. ob die einzelnen Produzenten als voneinander isolierte, unabhängige Warenproduzenten auftreten, die ihren betriebswirtschaftlichen Sonderinteressen folgen müssen. Auf dieser Ebene waren „Realer Sozialismus“ und westlicher Kapitalismus miteinander identisch. Im Unterschied zum westlichen Kapitalismus hat der Realsozialismus seinen besondernen historischen Bedingungen gemäß aber den Versuch unternommen, auf Grundlage des Wertfetischismus die „invisible hand“ des Marktes durch staatliche Planung zu ersetzen. Die Eigengesetzlichkeit der wertförmigen Vergesellschaftung war damit allerdings keineswegs aufgehoben, sondern sie hat den Markt gewissermaßen mit doppelter Spontaneität zurückschlagen lassen, was zu ganz spezifischen Formen einer negativen, kontraproduktiven betriebswirtschaftlichen Konkurrenz innerhalb der „realsozialistischen“ Wirtschaft geführt hat.
„In beiden System muß die abstrakte Mehrwert-Produktion der betriebswirtschafltichen Vernutzungsprozesse gleichermaßen durch den Markt hindurch, um sich in der Inkamationsgestalt des Geldes realisieren zu können; geschieht dies jedoch im Westen auf Gedeih und Verderb konkurrierender Wirtschaftssubjekte, so besteht die Crux des Realsozialismus darin, .daß der Markt hier bloß als formelle, äußerlich und mechanisch von staatlichen Kommandos bewegte Sphäre der Verwandlung lebendiger in tote Arbeit (Geld) erscheint, ohne daß die blinde Kontrollinstanz der Konkurrenz in Funktion tritt. Während diese die fetischistische Anhäufung von Mengen toter Arbeit bei Strafe des Bankrotts nur auf dem jeweiligen ,Gültigkeits-Niveau1 der Weltmarktproduktivität und des optimalen technischen Gebrauchswerts zuläßt, werden die als ,Wert‘ produzierten Quanten abstrakter Arbeit durch den staatlich kommandierten Markt in jedem Fall als Geld eingelöst — unabhängig von Gebrauchswert und Produktivität. Daß es dabei keine betriebswirtschaftlichen Verlierer geben kann, fuhrt zu grotesken Erscheinungen, die seit langem bekannt sind: ,Wird der Produktionsausstoß nach fertigen Maschinen gemessen, kommt es zu einem Mangel an Ersatzteilen. Werden die Planziele bei der Organisierung des Transports pro Kilometer gemessen, so werden optimale Transportmöglichkeiten vernachlässigt. Werden Kerzenständer nach Gewicht angegeben, so werden sie unnötig schwer. Wird Stoff nach Länge gemessen, wird er zu schmal.* (Strotmann, 1969).“ (Kurz)
Formal erfüllen und übererfüllen die Betriebe das ihnen auferlegte Plansoll, betreiben dabei aber eine bewußte Schrott- und Vergeudungsproduktion. Auch Konkurrenz findet zwischen den Betrieben statt, aber nicht um die Effektivierung der Produktion und die Verwohlfeilerung der Produkte, sondern um die möglichst großzügige Zuteilung vn Material und Arbeitskräften, da, je mehr davon in die Produktion des Produktes eingehen, es als entsprechend „wertvoller“ eingestuft wird und einen entsprechend höheren Preis erzielt. Alle Versuche der Planbürokratie, dieses kontraproduktive Produktionsverhalten durch immer detailliertere Plankennziffern und Qualitätsmerkmale zu unterbinden, müssen sich letztendlich an der vom System des „geplanten Marktes“ selbst konstituierten gegensätzlichen Verwertungslogik der Betriebe brechen und sind auch daran gescheitert.
„Es ist nur natürlich, daß marktwirtschaftliche Effizienz und Produktivitätszwang den Reformern und Oppositionellen eines derart absurden Systems wie Zauberworte in den Ohren klingen. Denn etwas anderes wie die betriebswirtschaftliche Vernutzungslogik des Marktsystems kennen sie ja auch nicht; (...) Daß Produktivitätssteigerung und persönliche Initiative, Sicherung des Gebrauchswerts und Bedürfnisbefriedigung auf hohem Niveau auch diametral entgegengesetzt durch endgültige Abschaffung des betriebswirtschaftlichen Vernutzungsfetischs und jener vielbeschworenen »Ware-Geld-Beziehungen* zu erreichen wären, dies kommt in der gesamten Debatte niemandem auch nur im Traum in den Sinn.“ (R.Kurz, Sozialismus als Auslaufmodell, in „konkret“, 3/1990)
5. Der Niedergang des „Real-Sozialismus“ bedeutet nicht den „Sieg“ von westlichem Kapitalismus und freier Marktwirtschaft als des besseren Prinzips über den Sozialismus, sondern in ihm deutet sich eine umfassende Krise des warenproduzierenden Weltsystems insgesamt an.
Die zur weltweiten Totalität gewordene Warenproduktion ist heute gleichzeitig zur umfassenden Destruktivkraft geworden. Der ihr immanenten blinden Verwertungslogik und nicht konkreten gesellschaftlichen Bedürfnissen folgend, setzt sie die vorhandenen hochentwickelten Produktivkräfte nur in Gang und entwickelt sie fort nur dort, wo sich deren Produkte in die Anhäufung abstrakten Reichtums, in Geld, verwandeln lassen. Große Weltsektoren fallen dabei bereits völlig aus der Verwertbarkeit heraus und werden, ihrer ehemaligen subsistenzwirtschaftlichen Reproduktionsbasis beraubt, der absoluten Verarmung und Verelendung preisgegeben. In der Weltmarktkonkurrenz mit den technologisch führenden Weltmarktproduzenten werden auch die Ex-Real-Sozialistischen Nachzügler keine Chance haben. Aber auch in Metropolen selber machen sich Verarmung und Verelendung breit.
Die erreichte stoffliche Vernetzung und Verwissenschaftlichung der gesellschaftlichen Reproduktion steht in krassem Widerspruch zur wertförmigen Hülle, in die sie immer noch gezwängt ist, in die sie aber immer weniger paßt.
Die kapitalistische Akkumulation führt in ständig erweitertem Umfang einerseits zur Abschaffung lebendiger Arbeit aus dem unmittelbaren Produktionsprozeß, sowie andererseits zur ständigen Ausdehnung einer Sphäre unmittelbar gesellschaftlicher Arbeit (Wissenschaftsbetrieb, tertiärer Sektor, Logistik der Produktion), die für die Produktion zwar notwendig, hinsichtlich der Wertschöpfung aber unproduktiv ist und aus der Tauschwert-Vergesellschaftung tendenziell W bereits herausfällt. Durch beide Tendenzen wird die Basis der Wertschöpfung immer schmaler und die auf Grundlage des Tauschwerts stattfindende Produktion gerät an eine für sie unüberwindliche immanente Schranke.
Die daraus entspringende Hoffnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit des Warenfetischismus bringt gleichzeitig schon dessen Kritiker von Rechts hervor: Völkischen Nationalismus und religiösen Fundamentalismus. Heute steht die Überwindung der wertförmigen Vergesellschaftung oder der erneute Untergang der Zivilisation in Formen sekundärer Barbarei, d.h. in massenhafter Verelendung, blindem Fanatismus, Gewalttätigkeit, Raum und Krieg auf der Tagesordnung.
Literatur: Robert Kurz: Auf der Suche nach dem verlorenen sozialistischen Ziel. Erlangen 19SS; K. Braunwarth. M. Böhnsen: Die Radikale Linke = ein Schlesiertreffen? Beitrüge zur Kritik des hilflosen .4nlikapitalismus, Erlangen 1990; Karl Marx: Das Kapital. Grundrisse zur Kritik der pol. Ökonomie; J.W. Stahlmann: Geplanter Markt: Die Quadratur des Kreises, in Krisis Nr. S.'9, Erlangen 1990 — (G.S.)