Ernst-Bloch-Chor: „Eigen-tümlich fremd“ Gegen Rassismus und Intoleranz
Ernst-Bloch-Chor: „Eigen-tümlich fremd“ Gegen Rassismus und Intoleranz
Unter Berufung auf den Philosophen Ernst Bloch und im Rückgriff auf den Bestand linker, emanzipatorischer musikalischer Tradition, aber auch mit eigenen Texten, Kompositionen und Arrangements, in denen klassische und experimentelle Stilformen gleichermaßen vertreten sind, setzen sich die circa 40 (!) Sängerinnen des Tübinger Ernst Bloch Chors mit den vielgestaltigen Erscheinungsformen des Rassismus und Sexismus, des Rechtsextremismus. der Intoleranz und der Diskriminierung in der Geschichte und zuvorderst mit denen der Gegenwart auseinander. Was hinter der kollektiv erarbeiteten Konzeption ihres Programms steht, das beschreiben die Tübinger selbst unter anderem so:
„Hoyerswerda und der häßliche Deutsche sind nicht über Nacht entstanden. Fremdenfeindlichkeit. Anti-Semitismus und Rassismus haben hierzulande eine lange Geschichte. Schon in Elternhaus und Schule werden wir mit rassistischen Abziehbildern von Fremden versorgt. Nahezu unbewußt schleichen sich Vorurteile, abschätzige Wertungen in unser (Unter-)Bewußtsein ein. (...) Auch rechtsextremistische und neonazistische Jugendliche brachen nicht wie ein Unwetter über uns herein und sind vor allem, auch da machen es sich viele zu einfach, kein Phänomen der ehemaligen DDR. Sondern ein deutsches.Wcr immer wieder die Flüchtlingswelle beschwört, die über uns hereinbrechen und uns zermalmen wird, der braucht sich nicht über die Ängste der sogenannten .schweigenden Mehrheit’ wundem. Auch nicht darüber, daß diese Mehrheit sich schweigend, aber zustimmend im Hintergrund hält, wenn in Hoyerswerda und anderswo zur Hatz auf Flüchtlinge geblasen wird. (...) Wir wissen, Musik allein wird die Welt nicht verändern, aber sie kann diejenigen beflügeln, die dafür eintreten. Sie kann aufrütteln, auch diejenigen, die einzuschlafen drohen, die dabei sind sich einzunisten, sich zufriedenzugeben mit der Welt wie sie ist.“
Soweit die Sängerinnen selbst. Eine ganze Reihe von Gruppen, darunter die Alternative Linke Liste (ALL), ESG e.V., Info-Kneipe, Nicaragua-Initiative, VVN/BdA und der Weltladen, lädt ein zu einer ganz anderen Chormusik. Termin: Samstag, 21. März: Ort: Kulturladen, Cherisy-Kaserne; Zeit: 20.00 Uhr.
Kosten: im Vorverkauf 10 DM. an der Abendkasse 15 DM. Karten gibt es, außer im Kulturladen selbst, im Kanal 23 (Konstanz) und im Musiquarium (Kreuzlingen)