Delegation des PAG in der Bundesrepublik
Delegation des PAG in der Bundesrepublik
Aufruf zur Unterstützung seines Kampfes Liebe Brüder und Schwestern, seit der Aufhebung des Verbots des Pan Africanist Congress of Azania (PAC) hat der PAC eine landesweite Organisation in Azania (Südafrika) aufgebaut. Dies wurde trotz des Fehlens jeglicher Ressourcen erreicht. Uni für unsere Mitglieder zu sorgen und unsere dramatische Ausdehnung fortzusetzen, wollen wir weitere regionale Büros in Städten und Ortschaften eröffnen.
Unser Hauptquartier in Johannesburg wird gleichzeitig noch vom Regionalverband Transvaal, der Azanischen Jugendbewegung und dem Verband afrikanischer Frauen genutzt.
Für unser Hauptquartier benötigen wir moderne Büroausrüstung für einen Stab von mindestens 20 Personen für die Bereiche Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, Organisation vor Ort, Ressourcen, Haushaltskontrolle, Jugend, Studenten, Frauen, Umwelt, Gesundheit, Auslandsverbindungen, Kultur, Arbeit, Politik, Wirtschaft. Erziehung, religiöse Projekte und rechtliche Angelegenheiten.
Viele Mitglieder des PAC, die durch das rassistische Apartheid-Regime gezwungen wurden, das Land zu verlassen, kommen nun zurück und finden Bedingungen vor, die schlimmer als zuvor sind. Wir vom PAC haben extreme Schwierigkeiten, diese Tausende von Flüchtlingen wieder zu einzugliedern. Wir begrüßen deshalb jede Hilfe dabei. Dies gilt auch für ehemalige politische Gefangene, von denen viele jahrelange Haftstrafen auf der berüchtigten Gefängnisinsel Robben Island hinter sich haben.
In Befolgung der Resolution unseres zweiten Nationalkongresses, der im Dezember 1990 in Johannesburg durchgeführt wurde, wird eine Delegation von vier Mitgliedern des PAC, angeführt durch den Generalsekretär des PAC, Benny Alexander, die Bundesrepublik Deutschland besuchen.
Die Delegation wird Regierungsvertreter, politische Parteien, und Organisationen in Deutschland über die folgenden Entwicklungen in unserem Land unterrichten:
1. Aktuelle politische Entwicklungen in Azania (Südafrika)
2. CODESA — Konvention für ein Demokratisches Südafrika, um die Position des PAC zu erklären, warum wir uns nicht an der sogenannten „Ordnung“, „Entlastung“ des rassistischen Minderheitenregime des Herrn De Klerk beteiligen.
3. Der PAC verfolgt und glaubt an eine Politik des Vertrauens auf die eigene Kraft. In diesem Sinne hoffen wir auch auf materielle Unterstützung von außen für eine Kampagne für eine gewählte verfassunggebende Versammlung, die auf dem Grundsatz „Ein Mensch — eine Stimme“ auf einer einheitlichen Wählerliste in einem einheitlichen Staat beruht und von der wir glauben, daß sie bald in Azania errungen werden wird. Es ist nicht notwendig, die Bedeutung dieser Frage zu betonen und die finanziellen Anforderungen, die sich daraus für uns ergeben. Dies ist eine enorme Aufgabe für den PAC, wie ihr, die ihr in eurem Land so oft an demokratischen Wahlen teilnehmt, sicher verstehen werdet.
4. Gewinnung von Unterstützung für Arbeitsgruppen, workshops zu Menschenrechten, Verfassungsproblemen und Fragen der Demokratie.
Wir appellieren an alle fortschrittlichen politischen Parteien und Nicht-Regierungs-Organisationen, an Kirchen und humanitäre Organisationen in ganz Europa, uns bei dieser gigantischen Aufgabe zu helfen.
Grüße vom Kampf für ein nicht-rassistisches, demokratisches Azania gez. Patricia de Lille,
(Sekretariat der Abteilung für auswärtige Angelegenheiten des PAC)
PAC zum weißen Referendum
Einer der grundlegenden Widersprüche des PAC gegenüber dem weißen Regime ist seine weiße, rassistische Vorherrschaft. De Klerk hat angekündigt, daß er ein Referendum aller Weißen durchführen will. Das charakterisiert ihn und seine Partei erneut eindeutig als Anhänger der weißen Überlegenheit, die glauben, unsere Gesellschaft könne nur dann in eine Demokratie umgewandelt werden, wenn die weiße Minderheit dies bestätigt. Seine Andeutung, daß er zurücktreten könnte — ein Vorgang, über den wir vom PAC nicht trauern würden — zeigt erneut, daß De Klerk keine Achtung hat für die riesige Mehrheit der afrikanischen Menschen in diesem Land, die eine demokratische Herrschaft der Mehrheit wünschen und dafür eintreten. Wir weisen den Plan eines weißen Referendums wegen all seiner Folgen für unsere Menschen zurück. Die Notwendigkeit eines solchen Referendums, während gleichzeitig die CODESA-Konferenz stattfindet, ist ein klares Eingeständnis des Herrn De Klerk, daß CODESA ineffektiv ist. De Klerks Ruf nach einem Referendum bedeutet gleichzeitig eine einseitige Aufhebung von CODESA.
gez. D. Moseneke. Vizepräsident des PAC