Aus der Presseerklärung der VNN vom 26.2.
Aus der Presseerklärung der VNN vom 26.2.
Am vergangenen Sonntag hielt die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes — Bund der Antifaschisten Baden-Württemberg e. V. ihre 29. ordentliche Landesdelegiertenkonferenz in Böblingen ab. Sie stand im Zeichen der derzeitigen Auseinandersetzungen um das Asylrecht und der neuen Rolle der Bundesrepublik in der Weltpolitik. Zu Beginn der Konferenz sprach Guillermo Aparicio, ein hier lebender Spanier, von der EinwanderInneninitiative Stuttgart über die herrschende Ausländerfeindlichkeit und den Fremdenhaß ... In der anschließenden Diskussion wurde die Asylpolitik der Landesregierung heftig kritisiert, vor allem wurden die geplanten Sammellager und die Einschränkung der Rechtsmittel abgelehnt. Im Rechenschaftsbericht des Landesvorstandes ging Anne Rieger auf die derzeitige Auseinandersetzung um die Asylpolitik und die gewalttätigen Übergriffe gegen Flüchtlinge ein ... In der Frage, ob der Antifaschismus überholt sei, müsse auch die eigene Geschichte kritisch aufgearbeitet werden, jedoch zeige die derzeitige Entwicklung zu Nationalismus, Rassismus und Krieg, daß antifaschistische Gegenwehr gefordert ist. Antifaschistische Willensäußerungen und Handlungen seien demokratisches Grundrecht und deshalb notwendig. Die VVN — Bund der Antifaschisten sehe es deshalb als ihre Aufgabe an. die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen zu fördern. die sich gegen Inhumanität. Hetze. Fremdenhaß und neofaschistische Aktivitäten wehren. Der Landesvorsitzende Alfred Hausser konnte 74 Delegierte aus 22 Kreisorganisationen sowie mehrere Gäste begrüßen. Die Versammlung gedachte der im vergangenen Jahr verstorbenen Widerstandskämpferinnen und -kämpfer gegen den Faschismus. Alfred Hausser, der über viele Jahrzehnte die Vereinigung engagiert geführt hatte, trat auf eigenen Wunsch aus Altersgründen zurück. Er wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Der neugewählte SprecherInnenrat mit Anne Rieger, Reinhardt Hildebrandt und Friedbert Wehrle wird die Arbeit übernehmen und fortführen.