Heft 6 vom 19.03.1992 4/6 scan 2026-06-06

Regierung sagt: Profiteure unbekannt.



Regierung sagt: Profiteure unbekannt.

Eine Entschließung des Bundestages verpflichtete die Bundesregierung, bis Ende 1991 zu prüfen, ob ein Fonds für Entschädigungsleistungen an Zwangsarbeiter möglich ist, und dazu Kontakt mit den entsprechenden Betrieben aufzunehmen. Nach einer erneuten Anfrage der Interessengemeinschaft ehemaliger Zwangsarbeiter hat die Bundesregierung mit 10monatiger Verspätung am 21.2.21 in der Sitzung des Unterausschusses erklärt, es sei außer einer Anfrage beim Bundesverband der Deutschen Industrie und beim Deutschen Industrie- und Handelstag — mit der zu erwartenden negativen Antwort — nichts geschehen, weil ihr nicht bekannt sei, bei welchen Firmen Zwangsarbeiten beschäftigt wurden. Die Interessengemeinschaft ehemaliger Zwangsarbeiter hat in eine Pressemitteilung gegen diese „unglaubliche Begründung“ protestiert und fragt: „Stellt sich die Bundesregierung dumm, obwohl dem Bundestag seit Jahren Anträge zur Bereinigung dieser kollektiven Schuld vorliegen und sich der Innenausschuß mehrfach damit beschäftigt hat? Ist ihr nicht bekannt, daß sich namhafte Historiker mit dieser Altlast der Geschichte befassen? ...“ Die Interessengemeinschaft ruft alle demokratischen Kräfte auf, das „Recht auf Entschädigung der Sklavenarbeiter des 3. Reiches zu unterstützen“. — (evc)

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