Sozialarbeit in neuen Sammellagern abgelehnt.
Sozialarbeit in neuen Sammellagern abgelehnt.
Karlsruhe. Der Hauptausschuß der Liga der freien Wohlfahrtspflege hat am 6.2.92 beschlossen, in den neuen Sammellagern für Flüchtlinge keine Sozialarbeit und auch keine Kinderbetreuung zu übernehmen, da beides weder leistbar noch verantwortbar sei. Bereits Anfang Januar hatte das Diakonische Werk Baden-Württemberg die Sozialarbeit in der ZAST Karlsruhe eingestellt, weil die mit der Landesregierung vor 10 Jahren vereinbarten Tätigkeiten wie Rechtsberatung, Hilfe bei Behördengängen, Sprachkurse etc. von vier Sozialarbeitern bei einer Belegung mit 2000 Flüchtlingen gar nicht geleistet werden könnten. Die ultimative Forderung nach einer Verdoppelung der Sozialarbeiterstellen hatte die Landesregierung einfach ignoriert. Jetzt gibt es im Lager nur noch Vertreter der Staatsgewalt — zur Freude der Landesregierung, hatten doch die Sozialarbeiter immer den Kontakt zu den Flüchtlingsinitiativen gesucht. Der Arbeitskreis Asyl Baden-Württemberg hat die Liga aufgefordert, zumindest eine „Not-Sozialarbeit“ im Umfeld der Großlager anzubieten. - (bab)