Heft 7 vom 02.04.1992 4/7 scan 2026-06-06

Arbeitsplätzeabbau im Bodenseewerk Gerätetechnik in Überlingen ...



Arbeitsplätzeabbau im Bodenseewerk Gerätetechnik in Überlingen ...

Wie in der Presse zu erfahren war, sollen im zur Diehl-Gruppe gehörenden Bodenseewerk-Gerätetechnik (BGT) 70 Arbeitsplätze abgebaut werden. Das BGT beschäftigt rund 1600 Lohnabhängige, die Rüstungsgüter herstellen.

Schon seit einiger Zeit wurde versucht, Entlassungen mittels Vorruhestandsregelungen zu vermeiden. Jetzt mußte Geschäftsführer Ott zugeben, daß Entlassungen anstehen, und zwar vor allem im Entwicklungsbereich. „Die Aufträge sind ausgeblieben“, sagte Ott zur Begründung.

Bleibt zu fragen, warum das Management sich nicht stärker bemüht, Aufträge für zivile Güter zu bekommen. Zumal dies von der Belegschaft auf Betriebsversammlungen schon des öfteren gefordert wurde.

Jetzt versucht der Betriebsrat des BGT zusammen mit der IG Metall einen Sozialplan mit der Firma auszuhandeln. Sozialplan hin oder her: die Arbeitsplätze sind weg!

... und auch im BSW!

Auch bei der zum US-Konzern gehörenden Tochtergesellschaft Bodenseewerk Perkin Eimer GmbH geht es inzwischen um die Arbeitsplätze. Schon Mitte des letzten Jahres berichtete ebenfalls die örtliche Presse, daß der Konzern Umstrukturierungsmaßnahmen plane.

Damals hie es: „keine Gefahr für die Arbeitsplätze im BSW“. Man versuche mit der „natürlichen“ Fluktuation und Vorruhestandsregelungen, Entlassungen zu vermeiden.

Inzwischen scheint es jedoch ans Eingemachte zu gehen. Wie am 18. März in der Überlinger Lokalpresse zu lesen war, sollen 5000 Arbeitsstunden für Aufträge an eine andere Tochter von Perkin Eimer nach England vergeben werden. Der Geschäftsleitung geht es offenbar gar nicht mehr um die Beschäftigten, gerechnet wird nur noch mit Arbeitsstunden, die eingespart werden sollen.

Was passiert jedoch mit denen, die in der Vergangenheit diese „Arbeitsstunden“ leisteten?

Sind die angekündigten Maßnahmen Teil der Umstrukturierung des Konzerns? Werden in Zukunft noch mehr „Arbeitsstunden“ woanders hin vergeben? Ist ein Sozialplan vorgesehen?

Immerhin existiert in der Firma ein Betriebsrat. Der wurde jedoch erst am 24. März informiert, wie der Presse zu lesen war, also als der geplante Abbau schon Stadtgespräch war. Prima Interessenvertretung! — (fs)

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