Heft 7 vom 02.04.1992 4/7 scan 2026-06-06

Brand in Stockach Mordanschlag auf Flüchtlingsfamilie



Brand in Stockach Mordanschlag auf Flüchtlingsfamilie

Am 24. März wurde ein Wohnhaus in Stockach angezündet. Nur weil ein Hund bellte und so auf das Feuer aufmerksam machte, konnten sich die Bewohnerinnen retten.

Der Brand in dem Vier-FamilienHaus, das fast ausschließlich aus Holz gebaut ist, wurde im Keller des Gebäudes gelegt. Dort wurde ein Holzstapel, der beinahe bis zur Decke reichte, mit Benzin übergossen und angezündet. Direkt über diesem Holzstapel ist das Wohnzimmer einer Flüchtlingsfamilie. Die beiden Erwachsenen und ihre sieben Kinder im Alter von vier bis fünfzehn Jahren wurden von Nachbarn geweckt. Sie konnten das Haus verlassen, als der Holzboden des Zimmers schon brannte. Eine 85jährige Hausbewohnerin mußte mit einer leichten Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Kurz bevor der Brand entdeckt wurde, fiel einem Zeugen ein 30 bis 40jähriger Mann in der Nähe des Tatortes auf. Er trug eine olivgrüne, bundeswehrähnliche Jacke.

Die Polizei möchte wissen, woher ein Fünf-Liter-Benzinkanister stammt, der neben dem Holzstapel im Keller gefunden wurde, oder wo ein solcher Kanister vor der Brandstiftung gefüllt wurde. Die Staatsanwaltschaft Konstanz hat für Hinweise, durch die das Verbrechen aufgeklärt werden kann, 3000 Mark Belohnung ausgesetzt. — (db)

Linksrhein ist ein Dienst von Christof Mainberger in Konstanz und erhebt keine personenbezogenen Daten.