Heft 7 vom 02.04.1992 4/7 scan 2026-06-06

Demonstration der GEW



Demonstration der GEW

Am 21. März demonstrierten 25000 Leute, darunter ca. 15000 Lehrkräfte, für bessere Arbeitsbedingungen, d.h. vor allem Arbeitszeitverkürzung um mindestens eine Unterrichtsstunde pro Woche, Neueinstellung von Lehrkräften und damit kleinere Klassen. Der DGB-Landesvorsitzende Siegfried Pommerenke mahnte eine demokratische Reform des Beamtenrechts an, insbesondere Streikrecht und Tariffähigkeit. Er versicherte die Lehrerschaft der vollen Unterstützung der anderen DGBGewerkschaften und forderte zur Zusammenarbeit im Kampf gegen die Reallohnsenkungsstrategie der öffentlichen Dienstherrn auf. Solidaritätsadressen kamen von der GEW Sachsen, vom Stuttgarter Gesamtschülerrat und dem baden - württembergischen Gesamtelternbeirat. Der GEW - Landesvorsitzende Rainer Dahlem wies darauf hin, daß die Landesregierung seit 1974 den Lehrkräften jegliche Arbeitszeitverkürzung verweigere, daß durch die Überarbeit und die Arbeitsbedingungen kaum eine Lehrkraft die normale Rentengrenze erreiche — die Verbitterung in den Kollegien steige an. An die GEW- Delegation aus Sachsen gerichtet warb Dahlem um Verständnis für die in Ost und West völlig verschiedene Kampfsituation, wo in Sachsen die Entlassung eines Drittels der Lehrkräfte (17000 von 52000) im Vordergrund stehe, während hier Arbeitszeitverkürzung und Neueinstellung von 4000 Lehrkräften pro Jahr, um den Status Quo zu halten, anstünden. Der GEW-Landesvorsitzende erhielt besonders viel Beifall, als er unter Hinweis auf den Warnstreik der Berliner Lehrerschaft am 25. März 1992 meinte, es sei auch im Lande Zeit, den Bettel hinzuwerfen. - (zem)

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