Gegen Stellenbesetzungssperre!
Gegen Stellenbesetzungssperre!
Konstanz. 250 Beschäftigte der Stadtverwaltung Konstanz haben einen offenen Brief an den Gemeinderat und den Oberbürgermeister unterschrieben, in dem sie gegen die im Dezember letzten Jahres vom Gemeinderat beschlossene Stellenbesetzungssperre protestieren. Der damalige Beschluß ging auf einen Antrag des SPD-Gemeinderates Jürgen Leipold im Finanz- und Wirtschaftsausschuß zurück.
Von den 36 stimmberechtigten Mitgliedern des Gemeinderates stimmten bei der entscheidenden Abstimmung 28 mit Ja und nur 6 mit Nein, bei 2 Enthaltungen.
In ihrem Offenen Brief erklären die ÖTV-Vertrauensleute:
„Wir, die ÖTV-Vertrauensleute der Stadtverwaltung, lehnen diese Stellenbesetzungssperre mit aller Entschiedenheit ab! Der Gemeinderat will sparen. Dies kann bei einzelnen Projekten und Maßnahmen durchaus sinnvoll und berechtigt sein. Wir können jedoch nicht hinnehmen, daß Sparmaßnahmen einseitig auf Kosten der Beschäftigten der Stadtverwaltung gehen sollen. Nicht erst durch die unzureichende Umsetzung der Arbeitszeitverkürzung in neue Planstellen ist der Arbeitsdruck auf die Beschäftigten gewachsen. Es dürfte auch niemandem entgangen sein, daß die Zahl der Einwohner und Einwohnerinnen der Stadt Konstanz stetig steigt und dadurch auch der Arbeitsaufwand wächst. Auch immer neue Aufgaben, Änderungen von Gesetzen und Verord- W nungen usw. führen zu zusätzlicher Belastung der Beschäftigten. . .
Die Stellenbesetzungssperre bedeutet nun im Klartext eine weitere einschneidende Rationalisierungsmaßnahme. Für so manches Amt und manche Abteilung kann diese Ballung von arbeitszeitkomprimierenden Tatsachen durchaus zum Kollaps führen.
Wenn schon nicht die Politikerinnen, dann wissen doch umso mehr die Beschäftigten der Stadt Konstanz um die traurige Tatsache, daß in einigen Verwaltungsbereichen der Arbeitsaufwand nur durch — unbezahlte — Überstunden bewältigt werden kann.“
Die Vertrauensleute fordern ihre Kollegen und Kolleginnen deshalb auf, auf der sofortigen Wiederbesetzung der frei werdenden Stelle zu bestehen und erst dann zusätzliche Aufgaben oder Mehrarbeit zu übernehmen, wenn hierfür Überstunden angeordnet worden sind. — (woi)