Heft 9 vom 01.05.1992 4/9 scan 2026-06-06

Landwohlfahrtsverband will Leistungen kürzen Kreis und Kommunen sollen zahlen



Landwohlfahrtsverband will Leistungen kürzen Kreis und Kommunen sollen zahlen

Konstanz. Der Sozialabbau im Land geht munter weiter, der Konstanzer Landkreis respektive seine Kommunen sollen dafür blechen. Ausgerechnet der Konstanzer Sozial-Bürgermeister Hansen (CDU) mußte den Landrat und Parteifreund Maus darauf aufmerksam machen, daß dem Kreis wegen finanzpolitischer Entscheidungen auf Landesebene weitere finanzielle Einbußen drohen. Der Landeswohlfahrtsverband beabsichtigt laut Hansen nämlich, Leistungen bei der „Hilfe zur Pflege“ an die Landkreise zurück zu delegieren. Zwar würde der Verband dann auf eine in den jeweiligen Kreisumlagen vorgesehene Summe, die er bislang kassierte, verzichten. Für den Kreis Konstanz bleibt aber laut Rechnung von Bürgermeister Hansen unter dem Strich trotzdem ein sattes Minus. Die ohnehin ungleich verteilten Soziallasten würden sich noch weiter zum Nachteil des Kreises entwickeln. Erst letztes Jahr hatte das Land den Kommunen Millionen gekürzt. Der Konstanzer Bürgermeister rechnet mit einer zusätzlichen finanziellen Belastung des Kreises von 6 Mio. DM im Jahr - allerdings ein stattlicher Betrag, den sich die kommunalen Verwaltungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder einmal bei den Bürgern holen wollen. - (jüg)

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