Deutscheuropäisches gegen den Osten
Deutscheuropäisches gegen den Osten
Die schwarz-braune „Denkfabrik" Studienzentrum Schloß Weikersheim eV. des Hans Filbinger ist wieder hochaktiv: Auf dem 14. Weikersheimer Sommerkongreß mit über 800 Teilnehmern wurde über die „europäische“ Zukunft von Rußland, Ukraine und Weißrußland beraten.
Man war durchaus kompetent: Schäuble, der Geschäftsführer der MTU Friedrichshafen Amrein, der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Schenk, der Osteuropa-Korrespondent der Welt Ströhm, Späths ehemaliger Hofphilosoph Lübbe, die Botschafter von Rußland und der Ukraine, der zurückgetretene estnische Außenminister, der Bürgermeister von St. Petersburg, ein Universitätsprofessor aus „Königsberg“: Sie alle malten ein Bild der Region, welches deutscher nicht geht. Es gelte das Chaos abzuwehren; dazu sei europäische, v. a. deutsche Hilfe erforderlich. Ströhm wußte, daß das „nördliche Ostpreußen“ der „Wiederbesiedelung“ harre (Raum ohne Volk?), nachdem nun „Königsberg“ schon seinen alten Namen wieder erhalte. Er forderte die Ansiedlung der Rußlanddeutschen statt an der Wolga in Preußen. Ukrainische Hegemonialansprüche im Namen Europas meldete der Botschafter des GUS-Landes an; denn schließlich habe die Ukraine die Grundlage für die Christianisierung des Ostens gelegt. Lübbe preis „Religion und Nation“ als die zukünftigen Mächte. Die „nationalen Solidaritäten“ seien eben stärker als die „angenommenen proletarischen“. Schäuble forderte vertragliche Absicherung der deutschen Minderheiten als Voraussetzung für EG-Anbindung.
(Quellenhinwcis: Fränkische Nachrichten 11.5.92 - tht)