Heft 11 vom 29.05.1992 4/11 scan 2026-06-06

Vertrauensleute KAH/ARB zum Tarifabschluß Metall



Vertrauensleute KAH/ARB zum Tarifabschluß Metall

Heidelberg. Folgendes Schreiben richteten die IGM-Vertrauensleute und Betriebsräte der ARB/Kraftanlagen am 18.5.92 an die Ortsverwaltung Heidelberg und die Große Tarifkommission der IGM Baden-Württemberg:

„Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir sind stinksauer und nicht zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis und fordern Euch auf, bei der Abstimmung am nächsten Dienstag mit NEIN zu stimmen.

Wir haben mit all unseren Kräften die Kollegen mobilisiert und uns auf die Flugblätter der Bezirksleitung gestützt, in denen richtig auch die Preislüge angegriffen wurde und daß die „Arbeitgeber“ unsere Forderungen bezahlen könnten. Sie schwimmen im Geld.

Die tatsächlichen Belastungen für uns sind wesentlich höher als die offizielle Preissteigerungsrate von 4,8 %, gemessen daran bedeuten die 5,4% bzw. 5,8 % bis April 93 und die 3 % bzw. 3,4 % bis Dezember 93 nicht einmal annähernd eine Reallohnsicherung, von einem Ausgleich für unsere gestiegene Arbeitsleistung und von einer notwendigen Umkehr der Umverteilung von unten nach oben ganz zu schweigen.

Wenn dem Ergebnis so zugestimmt wird, würde das eine weitere drastische Verschlechterung unserer Lebensbedingungen bedeuten, viele Kollegen der ARB werden weiterhin noch verstärkt gezwungen sein, z.B. durch Überstunden, Nacht- und Schichtarbeit oder Nebenjobs die Existenzgrundlage ihrer Familien zu sichern. Die Ziele der Arbeitszeitverkürzung — mehr Freizeit, mehr Zeit für kulturelle, sportliche und gesellschaftliche Betätigung — werden ohne vollen Lohnausgleich bzw. ohne die Sicherung des Reallohns ins Gegenteil verkehrt ..." - (has)

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