ÖTV ler stark enttäuscht vom Hauptvorstand
ÖTV ler stark enttäuscht vom Hauptvorstand
Wie die Urabstimmung im öffentlichen Dienst gezeigt hat, sind die ÖTV-Mitglieder mit dem Verhandlungsergebnis der Großen Tarifkommission mehrheitlich nicht einverstanden. Wut, Enttäuschung und Überlegungen, aus der Gewerkschaft auszutreten, bestimmen momentan das Bild unter der Mitgliedschaft. Mit großer Spannung wird der Gewerkschaftstag im Juni erwartet. auf dem Konsequenzen gezogen werden müssen.
Ob nun Köpfe rollen sollen oder/ und Beschlüsse zu mehr innergewerkschaftlicher Demokratie gefaßt werden sollen, daß etwas passieren muß, darüber sind sich alle einig. Klar ist, daß letztlich das Ergebnis geschluckt werden muß, da weder Verhandlungen noch die nochmalige Aufnahme des Streiks möglich sind. Freude kommt allerdings nirgends darüber auf.
Vielen ÖTVlern ging es wirklich nicht ausschließlich um die Lohnerhöhung, wobei ganz klar der Anspruch auf über 6 % bei der Länge des Streiks stand, ein paar Tage länger gestreikt und es hätte gereicht. Es ging aber auch darum, der Regierungspolitik etwas entgegenzuhalten. Durch Wahlen ist es bekanntlich heute kaum möglich, Punkte gegen die Verschlechterung der Lage der Lohnabhängigen zu setzten. Der Streik sollte auch als ein Signal an die Regierung verstanden werden: So kann es nicht weitergehen. Daß hier der Hauptvorstand nicht mitmachen wollte, ist nun bewiesen, in vielen Hinterköpfen spukt wohl die Idee der Großen Koalition.
Zu hoffen ist, daß auf dem Gewerkschaftstag über die politische Stärke, die eine Gewerkschaft entwickeln kann und muß. Beschlüsse gefaßt werden. Ohne solche Signale wird es in der Mitgliedschaft weiter stark rumoren. — (unb)