Pogromartige Auseinandersetzungen um Flüchtlingslager in MannheimSchönau.
Pogromartige Auseinandersetzungen um Flüchtlingslager in MannheimSchönau.
Am 28. Mai versuchten nach einem „Waldfest“ junge Männer in ein Flüchtlingslager einzudringen, wo ca. 250 Asylbewerber interniert sind. 400 Leute, zum größeren Teil als sympathisierende Schaulustige, sammelten sich vor dem umzäunten Lager. Die Polizei konnte das Schlimmste verhindern. Seitdem ist das Lager in eine Polizeifestung verwandelt, ein ganzer Straßenzug ist abgesperrt. Ein Gerücht, wonach ein Asylbewerber eine deutsche Frau vergewaltigt hat, hat sich als falsch erwiesen. Trotzdem beruhigt sich die Situation nicht mehr. Die Flüchtlinge können sich fast nicht mehr auf die Straße wagen. Polizeiführung und Oberbürgermeister Widder (SPD) — bekannt als glühender Verfechter einer Asylrechtsverschärfung — hetzen von Anfang an gegen den Widerstand, der sich gegen die unmenschliche Behandlung der Flüchtlinge richtet. Am 6. Juni wurde ein Demonstrationsverbot für die ganze Stadt erlassen. Ca. 150 Personen wurden bei einer spontanen Kundgebung nach einer Knüppelorgie, wie sie Mannheim noch nicht erlebt hat, festgenommen. Am 13.6. soll eine Demonstration „Hände weg von den Flüchtlingen in Schönau und anderswo!“ stattfinden. — (scr)