Heft 13 vom 28.06.1992 4/13 scan 2026-06-06

Landesbezirkstag der IG Medien



Landesbezirkstag der IG Medien

Auf dem Landesbezirkstag der IG Medien wertete der Vertreter des Hauptvorstands die Unruhen in Los Angeles als Beispiel für künftig zu befürchtende Armutsrevolten: in den hochentwickelten Ländern spitzen sich die sozialen Gegensätze explosiv zu; die absolute Verarmung ganzer Regionen verschärft den Nord-Süd-Konflikt massiv; die ökologische Krise bedroht die Existenz aller. Zur traditionellen Tarifpolitik müsse deshalb Einflußnahme auf staatliche Politik kommen. Den Tarifabschluß beurteilte der Landesbezirksvorstand als Erfolg, weil die „tarifpolitische Wende verhindert“ und die Laufzeit von zwölf Monaten durchgesetzt wurde. Daß die 5,8 % kaum die Teuerung ausgleichen, wurde nicht bestritten. Die Delegierten kritisierten vor allem die Organisierung des Tarifkampfs.

Der Landesbezirkstag verabschiedete eine Resolution gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und einen Antrag gegen die Änderung des Artikels 16 GG. In den Anträgen zur Sozialpolitik fordern die Delegierten u.a. die Rückgängigmachung der Erhöhung der Lebensarbeitszeit; Übernahme der in der ehemaligen DDR geltenden Fristenlösung; Versicherungspflicht für Geringverdienende; zum Schutz gegen die Folgen der Nachtarbeit einen medizinischen und sozialpolitischen Maßnahmenkatalog; soziale Absicherung für künstlerisch und publizistisch tätige Freiberufler. Wichtige Anträge zur Tarifpolitik sind: Kündigungsschutz, Verdienstabsicherung, Verbot der 3- Schicht-Arbeit für ältere Beschäftigte sowie vorzeitiger Rentenbeginn für Schichtarbeiter; Forderungen zur Maschinenbesetzung; verstärkte Anhebung der „unteren Lohngruppen“. — (ulk)

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