Heft 20 vom 01.10.1992 4/20 scan 2026-06-06

Hochkarätiger Ökofaschist kommt nach Singen



Hochkarätiger Ökofaschist kommt nach Singen

Singen. Am Mittwoch, 7. Oktober wird Herbert Gruhl als Redner in der Buchhandlung Greuter (Hegaustr. 17) in Singen auftreten. Seine politische Karriere begann Gruhl in den 70er Jahren als Umweltpolitiker in der CDU, um dann bei der Gründung der Grünen mitzuwirken und später den Bundesvorsitz der ODP zu übernehmen, aus der er 1989 wegen ihrer Abgrenzung zu rechtsextremen Parteien austrat. Seitdem engagiert er sich außerparteilich, wobei er auch vor Auftritten vor offen neonazistischen und geschichtsrevisionistischen Gruppen nicht zurückschreckt.

Der als „rechtsextremer Umwelt- und Heimatschützer“ (konkret 12/91) bekannte Gruhl fordert u.a. einen „Einwanderungsstopp aus ökologischen Gründen“, den er damit begründet, Ausländerinnen müßten mehr heizen, da sie mehr frören, hätten weniger Umweltbewußtsein und verfügten über keinen emotionalen Bezug zu Deutschland. Seine eindeutig faschistische Tendenz wird oft nicht klar gesehen, da Gruhl in erster Linie als ökologischer Vordenker gilt. So erhielt er 1991 aus der Hand der niedersächsischen Umweltministerin Griefahn das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Hatte der Singener OB Möhrle kürzlich noch in jedem Gegner von Autorennen einen „Öko-Faschisten“ gesehen, bekommt er jetzt in seiner Stadt tatsächlich Besuch von einem solchen. Zu wünschen wäre, daß er darauf in seiner bekannt drastischen Art reagiert. — (bk/mjb)

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