Arbeitsamtsbezirk Konstanz: Immer mehr ausgebildete Arbeiter müssen als Angelernte arbeiten
Arbeitsamtsbezirk Konstanz: Immer mehr ausgebildete Arbeiter müssen als Angelernte arbeiten
Konstanz. Eine wachsende Zahl vor allem jüngerer Facharbeiter in der Region arbeitet nicht im erlernten Beruf, sondern auf Arbeitsplätzen für Angelernte. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Studie des Referats für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung beim Landesarbeitsamt in Stuttgart hervor. Danach waren im Arbeitsamtsbezirk Konstanz im Jahr 1991 insgesamt 13,3% der 9700 Arbeiter und Arbeiterinnen unter 26 Jahren mit abgeschlossener Ausbildung auf einem Arbeitsplatz für Angelernte beschäftigt. 32,6% der Lohnabhängigen waren als Angelernte beschäftigt und hatten überhaupt keine berufliche Ausbildung. Obwohl ihr Anteil in den letzten Jahren gesunken ist, immer noch ein skandalös hoher Wert. Noch nicht einmal der Hälfte, nämlich lediglich 47,6% der Arbeiter unter 26 Jahren war es gelungen, die Arbeitskraft entsprechend der Ausbildung zu verkaufen.
Das relativiert die Tatsache, daß 1991 mehr als 60 % der Arbeiter in BadenWürttemberg eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen konnten — 11 Jahre zuvor waren es nur knapp 50 % gewesen — erheblich. Denn wenn eine steigende Zahl dieser Beschäftigten auf Arbeitsplätzen für Ungelernten arbeitet, profitiert der jeweilige Unternehmer: Er zahlt für einen ausgebildeten, das heißt in der Regel kenntnisreichen und auch vielfältig einsetzbaren Arbeiter Löhne unterhalb des Facharbeiterniveaus — mehr Leistung für weniger Geld.
Quelle: Südkurien 5.10.92 — (jüg)