Heft 21 vom 16.10.1992 4/21 scan 2026-06-06

Fonds für jugoslawische Kriegsverweigerer



Fonds für jugoslawische Kriegsverweigerer

Konstanz. Die Konstanzer Friedens-Initiative hat einen Fonds für Kriegsverweigerer aus dem ehemaligen Jugoslawien eingerichtet. Zur Begründung heißt es in einer Mitteilung: „Wie absurd und unfähig die Politik hier ist, erleben wir auch in Konstanz: wortreich wird — vor allem die serbische — Kriegsführung verurteilt. Aber gerade die Menschen, die aktiv diese Kriegsführung behindern, werden von unseren amtlichen Stellen nicht unterstützt: Serben, die sich dem Militärdienst entziehen, die mit persönlichem Risiko sich weigern, auf andere zu schießen und zu bomben, haben hier keine Chance auf Asyl, werden allenfalls geduldet... Dabei wäre es doch das wirksamste, humanste und auch ökonomischste Mittel, um einen Krieg zu stoppen, solche Kriegsverweigerer massenhaft zu fördern, sie zu ehren und ihnen jede denkbare Hilfe zukommen zu lassen! Es wurde und wird locker darüber geredet, 10000 Soldaten in das Kriegsgebiet zu entsenden ... Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis dieser Gedanke in den Köpfen sich durchsetzt. So lange wollen wir nicht warten. Deshalb hat die Friedens-Initiative Konstanz einen Fonds für Kriegsverweigerer gegründet, um (zunächst) „jugoslawische" Kriegsverweigerer in der Region Konstanz zu unterstützen. Jede/r kann diesen Fond unterstützen, denn es geht nicht nur um Geld, sondern auch um ganz konkrete Hilfen ... Kontaktadresse: Maik Schluroff, Eichhomstr. 86, 7750 Konstanz, Tel. 56615. — (red)

Linksrhein ist ein Dienst von Christof Mainberger in Konstanz und erhebt keine personenbezogenen Daten.