Schulen und Verwaltung künftig dreckiger
Schulen und Verwaltung künftig dreckiger
Konstanz. Der Hauptausschuß des Konstanzer Gemeinderats hat beschlossen, die Reinigungshäufigkeit in Schulen und Verwaltungsgebäuden um die Hälfte zu reduzieren. Schon im Dezember 1991 beschloß der Gemeinderat, die Stadtverwaltung zu beauftragen, mit dieser Maßnahme „im Haushalt 1992 eine Kosteneinsparung von insgesamt 300000,- DM“ und „im Haushalt 1993 ca. 550000,- DM“ zu erzielen. Seit Oktober wird dementsprechend in städtischen und schulischen Gebäuden nicht mehr täglich, sondern nur noch alle zwei Tage geputzt, mit Ausnahme nicht näher definierter „stark frequentierter Bereiche“ und Sanitäranlagen. Damit kann sich an Schulen und Verwaltungsgebäuden künftig nicht nur mehr Dreck ansammeln. Betroffen von dieser städtischen Sparmaßnahme ist vor allem auch das kommunale Reinigungspersonal. Vorausgegangen waren diesem RotstiftBeschluß laut Vorlage „zahlreiche Einzelgespräche und Personalversammlungen, sowie Vertragskündigungen von Fremdfirmen“. Dabei soll die zuständige Arbeitsgruppe „Gebäudereinigung“, bestehend aus Mitarbeitern von Haupt- und Personalamt, „grundsätzlich“ das Ziel verfolgt haben, „möglichst keine Stundenreduzierungen bei den Reinigungskräften vorzunehmen“. Ein hehres Ziel, das jedoch angesichts der Zielvorgabe pures Lippenbekenntnis bleiben mußte. Wenn weniger geputzt wird, fallen halt weniger Stunden an, was weniger Geld kostet — der Zweck der ganzen Übung. „Nicht immer“, muß die Verwaltung denn auch zugeben, sei dieses Ziel durch neue Reviereinteilungen einzuhalten gewesen. 6745 Stunden im Monat leistet städtisches Reinigungspersonal derzeit ab, um Schulen und Verwaltungsgebäude in Schuß zu halten. Dieser Aufwand soll um über 1600 Stunden auf 5137 gekürzt werden. Damit hat die Arbeitsgruppe die Vorgaben noch übertroffen. Werden ihre Pläne umgesetzt, schlagen im Haushalt 1992 350000 DM weniger zu Buche, Im Jahr 1993 soll dieser Betrag dann sogar auf 616400 DM anwachsen — Zahlen, hinter denen sich empfindliche finanzielle Einbußen für die betroffenen Beschäftigten verbergen. — (jüg)