Heft 1 vom 14.01.1993 5/1 scan 2026-06-19

Betriebsratswahlen bei Nanz



Betriebsratswahlen bei Nanz

Am 3. Februar finden rund um Stuttgart in den Nanz-Supermärkten erstmals seit 1990 Wahlen zu einem einheitlichen Betriebsrat statt. Danach werden 2 000 von 3000 Beschäftigten aller Nanz-Supermärkte durch einen Betriebsrat vertreten. Bis 1990 regelte ein Tarifvertrag zwischen Nanz-Gruppe und Gewerkschaft DAG, daß je Vertriebstyp (Supermärkte, Großmärkte la und EZA sowie Discounter) ein Betriebsrat die über 10000 Beschäftigten vertraten. Nanz kündigte den Vertrag vor den Betriebsratswahlen 1990. Die Nanz-Läden waren zu selbständigen Gesellschaften umstrukturiert worden. Nanz trat dem Bundesverband der Filialen und Selbstbedienungswarenhäuser bei, der nicht Mitglied der Tarifparteien im Handel ist und propagiert: „Die Tarifabschlüsse müssen den Strukturen und Arbeitserfordernissen ... gerecht werden.“ Ab dato mußte alles per Haustarif geregelt werden. 1990 wurden 73 Betriebsratsgremien gewählt. Bei der Fluktuation von Beschäftigten im Handel und dem hohen Anteil an Pauschalkräften konnten nicht überall Vertretungen gewählt werden oder waren ständig in Gefahr, sich aufzulösen. Auch war kein Betriebsrat mehr freigestellt. Daher sah sich die DAG trotz schwieriger gesetzlicher Lage zur Durchführung der Wahlen im Februar veranlaßt. Die DAG rechnet mit einer Wahlanfechtung. Quellen: Stgt. Zig. 29.12.92, food + non-food 8/88 - (rub)

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