Wege zum Schwangerschaftsabbruch werden kürzer
Wege zum Schwangerschaftsabbruch werden kürzer
In Baden-Württemberg haben sich 50 von insgesamt 157 Krankenhäuser mit gynäkologischen Fachabteilungen zur Durchführung legaler Schwangerschaftsabbrüche bereit erklärt, 24 davon wollen Abtreibungen auch ambulant vornehmen.77 Krankenhäuser lehnen Abbrüche ab, wobei 23 dieser Kliniken kirchliche Träger haben und 39 kommunale Träger. Von den letzteren sind 17 durch ablehnende Kreistagsbeschlüsse gebunden. 30 Kliniken legten keine verwertbaren Angaben vor. Dieses Ergebnis erbrachte eine landesweite Umfrage des Sozialministeriums zur Umsetzung des Artikel 15 Nr. 2 des Schwangeren- und Familienhilfegesetzes. Er verpflichtet die Länder, ein ausreichendes und flächendeckendes Angebot ambulanter und stationärer Einrichtungen für Abtreibungen sicherzustellen. Hinzu kommt eine Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung unter fast 1100 Kassenärzten mit gynäkologischen Praxen: 84 Ärzte erklärten sich zur Aruptio bereit. In Baden-Württemberg hat bisher aufgrund der restriktiven Haltung der früheren CDU-Regierung kaum eine Klinik Abbrüche vorgenommen, und es gab nur drei ambulanten Abbruchpraxen in Stuttgart, Karlsruhe und im Raum Heidelberg. Das Bundesverfassungsgericht wird wahrscheinlich im Frühjahr über die Normenkontrollklage gegen die vom Bundestag beschlossene Fristenregelung entscheiden. Eigentlich — so war es zwischen CDU und SPD vereinbart worden — hätte das Umfrageergebnis des Sozialministerium erst zeitlich mit der Entscheidung des Gerichts veröffentlicht werden sollen. Warum wohl?! - (evo)