Heft 3 vom 05.02.1993 5/3 scan 2026-06-19

SPD will Straße zur Erinnerung an KPD-Widerstandskämpfer



SPD will Straße zur Erinnerung an KPD-Widerstandskämpfer

Konstanz. Der Ortsverein der SPD hat eine unterstützenswerte Initiative zur „Erinnerung an einen Widerstandskämpfer“ ergriffen. Der Ortsverein schlägt vor, eine Straße oder einen Platz in Konstanz nach dem Antifaschisten und Kommunisten Wilhelm Schürmann-Hoster zu benennen.

Der Schauspieler Schürmann-Hoster war seit 1923 Mitglied der KPD und 1930 Hauptinitiator der revolutionären Düsseldorfer Berufstheatergruppe „Truppe des Westens“. 1935 wurde er zum ersten Mal verhaftet, aus Mangel an Beweisen jedoch wieder freigelassen. 1936 ging er nach Berlin, wo er sich 1938 einer Widerstandsgruppe anschloß, die eng mit der Gruppe Schulze-Boysen zusammenarbeitete, in der in der Vertreter der organisierten Arbeiterbewegung, Kommunisten, Sozialdemokraten und Parteilose zusammenarbeiteten.

Weil die Lage in Berlin immer gefährlicher wurde, wechselte Schürmann-Hoster für die Spielzeit 1942/43 an das Konstanzer Theater, wo er als Dramaturg und Propagandaleiter geführt wurde. Nach einem Gastspiel in Überlingen wurde er am 29. Oktober 1942 noch auf dem Schiff verhaftet und am 9. September in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Die Konstanzer SPD sammelt für diese Initiative auch Unterschriften. — (jüg)

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