Heft 4 vom 18.02.1993 5/4 scan 2026-06-19

Mordfall Winter in Freiburg: Schleppende Ermittlungen



Mordfall Winter in Freiburg: Schleppende Ermittlungen

Freiburg. Über drei Wochen nach dem Anschlag auf Kerstin Winter hat die Arbeit von Sonderkommission und Staatsanwaltschaft noch keine Hinweise auf den oder die Täter erbracht. Verschiedenste Spekulationen und Gerüchte, teilweise von diesen Behörden selbst in Umlauf gebracht oder, von ihnen indirekt gefordert, durch manche Medien verbreitet, sind zwischenzeitlich wieder vom Tisch. Weder für die vom LKA verkündete Räuberpistole, den Mord könne eine der Kommunistischen Partei Perus („Leuchtender Pfad“) nahestehende maoistische Organisation wegen politischer Fehden mit Autonomen verübt haben, noch für die Anschuldigung, der Freund der Getöteten habe seine Freundin aus Eifersucht umgebracht, konnten greifbare Anhaltspunkte präsentiert werden. Fest steht allenfalls: der die Ermittlungen leitende Oberstaatsanwalt betreibt gegenüber der Öffentlichkeit ein Verwirrspiel, die Ermittlungen verlaufen schleppend. So wurde die Tatsache, daß die Bombe mit einem Zeitungsartikel über die politische Gruppe, in der Kerstin Winter tätig war, eingepackt war, erst eine Woche nach dem Mord bekanntgegeben. Und, obwohl es sich nach Polizeiangaben um einen „laienhaften“ Sprengsatz handeln soll, ist die chemische Analyse des Sprengstoffes bis heute noch nicht abgeschlossen. - (kh)

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