Kampagne: S. Waldberg freilassen!
Kampagne: S. Waldberg freilassen!
Der Freundeskreis Stephan Waldberg und Radio Dreyeckland haben für die nächste Zeit folgende Aktionen geplant, an denen ihr euch (zum Teil) beteiligen könnt:
Postkartenaktion: Wir haben eine Postkarte mit Stephans Bild und seiner Gefängnisadresse drucken lassen. Sie kann aber auch den Außenminister Kinkel geschickt werden.
Solidaritätsbesuch: Einige Bundestagsabgeordnete planen einen Solidaritätsbesuch bei Stephan in Diyarbarkir. Resolution: Wir fordern möglichst viele Journalistinnenverbände und Presseorgane dazu auf, gegen das Urteil zu protestieren.
Demonstration: Vertreterinnen der IGMedien-Ortsgruppe Freiburg und der Freundeskreis Stephan Waldberg haben den Vorschlag gemacht, eine baden-württembergweite Demonstration durchzuführen. Als Datum haben wir den 27. März ins Auge gefaßt.
Für Fragen und Materialien steht euch die Telefonnummer von Radio Dreyeckland zur Verfügung: 07 61/3 20 89.
Gefängnis überfallen
Am 9. Februar wurde von den militärischen Kräften, die die Kontrolle über das Gefängnis der Staatssicherheit in Diyarbakir haben, ein Überfall auf die dort inhaftierten Gefangenen unternommen; sie befanden sich in einem Solidaritätshungerstreik mit den kurdischen Parlamentariern in Brüssel, die dort seit dem 24.1.93 vor Europäischen Gremien gegen die Menschenrechtsverletzungen in der Türkei protestieren. Bei dem Überfall der Sicherheitskräfte auf das Gefängnis in Diyarbakir wurden 202 Gefangene verletzt, 69 von ihnen schwer. Unter den Verletzten befindet sich auch Stephan Waldberg, freier Mitarbeiter von Radio Dreyeckland in Freiburg. Anschließend an den Überfall wurden weitere Repressalien gegen die Gefangenen verhängt, u. a. wurde verboten, daß Besucher ihnen Verpflegung mitbringen können, und angeordnet, daß nur noch alle 15 Tage Besuch stattfindet.
Abgeordneter in Diyabakir
Die Stuttgarter Zeitung berichtet: Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, der CDUAbgeordnete H. Stercken, besuchte am 15.2. Februar das Gefängnis in Diyarbakir und sprach dort mit Stephan Waldberg. Er berichtete, daß die Bundesregierung erst noch das Revisionsverfahren abwarten wolle, das in etwa drei Wochen stattfindet, dann wolle man bei der türkischen Regierung erreichen, daß Stephan Waldberg aus gesundheitlichen Gründen Haftverschonung erhalte und in die BRD abgeschoben werde.
So sehr zu wünschen ist, daß auf einem solchen oder einem andere Wege Stephan Waldberg freikommt, bleibt doch anzumerken, daß die Bundesregierung sich viel Zeit gelassen hat und läßt, so daß für den Besuch in einem Lager der PKK und die kritische Berichterstattung über die Zustände in Kurdistan, am Ende dann doch mehr als ein halbes Jahr im Gefängnis zu verbringen waren. (Zusammenstellung: alk)