Daimler-Konzern verstärkt ins Ausland
Daimler-Konzern verstärkt ins Ausland
Edzard Reuter, Vorstandsvorsitzender der Daimler Benz AG gab anläßlich der Erweiterung des mexikanischen Tochterunternehmens des Konzerns bekannt, daß die Autofertigung in den nächsten Jahren verstärkt im Ausland stattfinden werde. Das Werk in Mexiko soll den ganzen nordamerikanischen Markt beliefern; eventuell auch Teile Mittelamerikas. Demnächst werde auch ein Werk in Südkorea (wo sich übrigens gerade Kanzler Kohl wegen Wirtschaftsaufträgen aufhielt) eröffnet, die Konzernspitze denke auch an Fertigungen in Indien und der VR China. Nicht nur da, wo politische Umstände es erzwingen, Reuter nannte Südafrika als Beispiel, will der Konzern künftig auswärtige Montagewerken aufziehen, sondern das sei ein „Teil einer wohlüberlegten Internationalisierung des Konzerns mit dem Ziel, auf Wachstumsmärkten künftig direkt mit einer Produktion präsent zu sein“.
Diese „Internationalisierung“ hängt direkt zusammen mit den Entlassungen in Werken in der BRD. Reuter dazu: „Wir haben uns im Vorstand grundsätzlich dafür entschieden, bei jeder Standortentscheidung eine Alternative zur Bundesrepublik zu prüfen. Wir müssen abgehen von "Made in Germany" und setzen auf "Made by Mercedes".“
Für den international operierenden Konzern gelte ab sofort, rund um den Globus, die gleichen Gesetze: Produziert wird dort, wo die Marktchancen es nahelegen, am besten verkauft und am billigsten produziert werde, so das Vorstandsmitglied Gottschalk. Und Reuter ergänzt ausdrücklich mit drohendem Unterton an die Adresse der Betriebsräte: „In der Bundesrepublik stehen der deutschen Automobilindustrie in den kommenden Jahren deshalb große Probleme ins Haus.“ — (aik)