Heft 5 vom 04.03.1993 5/5 scan 2026-06-19

„Feindbild Mensch“ und „Malcolm X“ — zwei interessante Veranstaltungen

„Malcolm X„. Leben und politisches Vermächtnis des schwarzen Revolutionärs.


„Feindbild Mensch“ und „Malcolm X“ — zwei interessante Veranstaltungen

„Feindbild Mensch“.

Der Politikwissenschaftler Peter Bierl aus München spricht über Ökofaschismus und New Age.

Seit Ernst Haeckel im 19. Jahrhundert den Begriff Ökologie prägte und mit „Rassenhygiene“ verknüpfte, ist Ökologie ein Feld für ideologische Anstrengungen von Rassistinnen, Nationalistlnnen und Esoterikerinnen. An diese Tradition knüpften 1958 ehemalige NSDAP-Mitglieder um Professor Georg Haverbeck an und gründeten den „Weltbund zum Schutz des Lebens“. Die NPD formulierte in den 70er Jahren ein „Ökologisches Manifest“. Ökofaschisten wie Herbert Gruhl und Baldur Springmann beteiligten sich am Aufbau der Grünen. Ihr Einfluß konnte von radikalökologischen Linken zurückgedrängt werden, die Rechten gründeten die ÖDP. Heute breiten sich ökofaschistische, ökorassistische und ökodiktatorische Tendenzen im Verbund mit sogenannten „Lebensschützerinnen“ wieder aus.

Ökofaschismus und New Age lenken ab von den eigentlichen Ursachen menschlicher Ausbeutung und Naturzerstörung, rechtfertigen bevölkerungspolitische Maßnahmen wie Zwangssterilisierung oder militärische Einmischung der NATO im Trikont. Es zeigt sich, daß Rassismus und Faschismus wie vor 1933 nicht vom Rande der Gesellschaft, sondern von ihrer Mitte ausgeht. Auch wenn eine bürgerliche Schicht ihre faschistoiden Bewußtseinsinhalte besser zu kaschieren weiß als Skinheads.

Dienstag, 16.3., 20.00 Uhr, Infokneipe im Kulturladen (Cherisy)

„Malcolm X„. Leben und politisches Vermächtnis des schwarzen Revolutionärs.

Eine Veranstaltung mit Kwame M. A. Somburu (USA), politischer Mitstreiter von Malcolm X. Im März läuft der Film von Spike Lee über Malcolm X in Deutschland an. Auch die bürgerlichen Medien haben bereits zur Kenntnis genommen, daß nicht nur die Erinnerung an Malcolm X in den schwarzen Communities ungebrochen ist, sondern daß seine politische Bedeutung für den schwarzen Befreiungskampf insgesamt seit Jahren wieder zugenommen hat. Anzeigen

Kwame M. A. Somburu seit mehr als dreißig Jahren im schwarzen Widerstand aktiv, war unter anderem Mitglied der von Malxolm X 1964 gegründeten „Organization of Afro-American Unity“ (OAAU). Er wird über die politischen Gedanken, die strategischen Überlegungen von Malcolm X berichten, sowie deren Bedeutung für die nachfolgende Geschichte des schwarzen Befreiungskampfes in den USA seit dem Tod von Malcolm X bis heute. Mittwoch, 17.3., 20.00 Uhr, Infokneipe im Kulturladen (Cherisy)

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