Heft 6 vom 19.03.1993 5/6 scan 2026-06-19

„Haus der Heimat“ gehört zugemacht!



„Haus der Heimat“ gehört zugemacht!

Stuttgart. Nachdem die Presse dort rassistische und faschistische Bücher fand, hat das Landesinnenministerium die Schließung der Bibliothek des „Hauses der Heimat“ angeordnet und läßt den Bestand durch den Verfassungsschutz untersuchen. Der Bibliotheksleiter Albert Reich, der auch ein rechtsradikales Flugblatt im Hause verteilt haben soll, hatte schon vorher viele Bücher und Karteikarten beseitigen lassen.

Das „Haus der Heimat" wurde 1976 von der Filbinger-Regierung eingerichtet zur „Erhaltung des Kulturguts der Vertreibungsgebiete in dem Bewußtsein der Vertriebenen und Flüchtlinge, des gesamten deutschen Volkes und des Auslandes“. Das Land zahlt dafür 867000 DM/Jahr und 20 Personalstellen. Schon 1977 hielt der Witikobund seine Hauptversammlung darin ab in Anwesenheit des Landesbeauftragten für die Vertriebenen, Helmut Haun. Die Landesregierung kannte und förderte die faschistischen Umtriebe also von Anfang an. 1987 protestierte eine antifaschistische Aktionseinheit gegen eine im „Haus der Heimat“ vom Deutschen Seminar in Zusammenarbeit mit dem Witikobund geplante Veranstaltung. Abgeordnete von SPD und Grünen erreichten durch einen Antrag im Landtag, daß sie vom Landesinnenministerium verboten wurde. Als Referent war übrigens u.a. Min.-Dir. a.D. Haun angekündigt.

Mit der Entfernung einiger rassistischer Bücher ist es also nicht getan. Nur durch Schließung des „Hauses der Heimat“ kann sichergestellt werden, daß dort die Propaganda für das Deutschtum im Osten und zur Rückgewinnung von Gebieten in den osteuropäischen Staaten in jeder Form beendet wird. — (ulk)

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