„Für eine Welt ohne Gewalt“
„Für eine Welt ohne Gewalt“
Zum sechsten Mal rufen Organisationen aus der Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz zum gemeinsamen Ostermarsch auf, diesmal nach Überlingen. Dort soll am 10. April ein neues Mahnmal am ehemaligen KZ-Lager zur Erinnerung an die Verbrechen der Nazis eingeweiht werden. Diese Aktion ist auch als eine Antwort auf die Schändung der KZ-Gedenkstätte Birnau und eine Protest gegen die zunehmenden faschistischen Umtriebe zu verstehen. Im Anschluß daran findet eine Kundgebung auf dem Landungsplatz statt, auf der Jürgen Grässlin vom Rüstungsinformationsbüro Baden-Württemberg (seine Thema: „Produzieren für das leben statt Rüstungsproduktion für den Tod“), Walter Schwenninger vom BUKO („,Flüchtlingsströme1 als Retourkutsche von Rüstungsexporten“) und Lotte Roedi von der Friedens- und Begegnungsstätte Mutlangen („Für eine Welt ohne Gewalt“) sprechen werden. Am Nachmittag soll die Diskussion zu den Themen Rüstungsproduktion, Flüchtlingsproblematik und Gewaltfreiheit vertieft werden.
In ihrem Aufruf betonen die Initiatoren, unter denen sich der DGB, Orts- und Kreisgruppen von SPD und Grünen sowie eine Reihe kirchlicher Organisationen befinden, die Notwendigkeit, gegen „Gewalt und Dummheit, Krieg und Haß“ Stellung zu beziehen. Ein „historischer Augenblick“ sei ungenutzt vorübergegangen „wo Ost und West nicht mehr ,Feinde1 waren... Schnelle Geschäftemacherei und Profitgier haben Nachdenken und verantwortungsvolles Entwickeln erstickt“ Erfreulich die Stellungnahme gegen die Versuche der Herrschenden, den Jugoslawien-Konflikt dazu zu nutzen, Kriegsstimmung zu schüren: „Selbst die Friedensbewegung ist manipulierbar geworden in dieser Zeit sich verwischender Konturen. Das verständliche Entsetzen über Greueltaten des Krieges und die natürliche Regung des Mitgefühls mit den Opfern lassen sich leicht manipulieren. Der trügerische Schluß, man müsse selbst kriegsbereit sein, wird uns aufgedrängt. Ließen wir uns durch die leichten Scheinlösungen militärischen Eingreifens tatsächlich verführen, so würden wir resignieren und der Gewalt das Feld überlassen. Das wollen wir nicht..
Aus Konstanz fährt ein Bus nach Überlingen ab Fähre 8.00 bzw. 8.15 Uhr