Heft 9 vom 30.04.1993 5/9 scan 2026-06-19

Konstanzer Krankenhaus: Schließung der Urologie — alles nur Gerüchte?



Konstanzer Krankenhaus: Schließung der Urologie — alles nur Gerüchte?

Konstanz. Je vehementer Leute in gewissen Positionen umlaufende Gerüchte dementieren, desto bestimmter kann man davon ausgehen, daß an denen was dran ist. Das trifft besonders häufig dann zu, wenn bürgerliche Politiker im Brustton der Überzeugung Befürchtungen zurückweisen, sie wollten der Bevölkerung wieder einmal neue Opfer aufbürden.

Wie wir schon berichteten, drohen am Konstanzer Krankenhaus drastische Leistungskürzungen als Folge des von der Bundesregierung jüngst in Kraft gesetzten Gesundheitsstrukturgesetzes (siehe Kommunale Berichte Nr. 8). Bei dieser Einschätzung handelte es sich nicht etwa um finstere Behauptungen der Redaktion; die Aussage, daß die Stadt die medizinische Versorgung der Konstanzer Bevölkerung verschlechtern wird, stammte von niemand geringerem als dem zuständigen Sozialbürgermeister Wilhelm Hansen (CDU), der ja eigentlich wissen muß, wovon er spricht.

Wenn Hansen in der letzten Woche nun hartnäckige Gerüchte dementiert, die Konstanzer Urologie und damit eine ganze Fachabteilung der Krankenanstalten auflösen zu wollen, muß das schon stutzig machen. Zuerst die Diskussion lostreten und dann alles dementieren? Hintergrund des Geredes, die Konstanzer Urologie stünde auf dem Spiel, sind jedenfalls Äußerungen des Singener OBs Möhrle (SPD), der vor einiger Zeit laut über Konsequenzen des Gesundheitsstrukturgesetzes nachgedacht hatte: in einer Art Mängelverwaltung sollten Fachabteilungen in Kooperation zwischen dem Konstanzer und Singener Krankenhaus konzentriert werden, als denkbares Beispiel nannte Möhrle die Konstanzer Urologie.

Alles nur Gerüchte, Herr Hansen'?

  • (jüg)

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