Unternehmen auf dem Prüfstand Verheerender Arbeitsplatzabbau
Unternehmen auf dem Prüfstand Verheerender Arbeitsplatzabbau
Singen. Die IG Metall Verwaltungsstelle Singen hat festgestellt, das in den rund sechzig von ihr erfaßten Betrieben in der Region allein im zweiten Halbjahr 1992 mehr als 1100 Arbeitsplätze vernichtet wurden. Günter Stadelhofer, 1. Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle Singen der IG Metall bezeichnet diesen Abbau als „verheerend“. Laut einer Pressemitteilung waren neben dem Produktionsbereich besonders Frauenarbeitsplätze betroffen. „Während bei den männlichen Angestellten eine geringfügige Zunahme an Beschäftigten im Berichtszeitraum festzustellen war, ging der Anteil der weiblichen Angestellten um nahezu zehn Prozent zurück“, schreibt Stadelhofer.
Er geht davon aus, daß auch im Jahr 1993 Arbeitsplätze in mindestens der gleichen Größenordnung vernichtet werden. Während im letzten Jahr der Personalabbau vielfach über Vorruhestandsregelungen erfolgte, geht die IG Metall davon aus, daß jetzt jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen sind: „Die Betriebe sind nahezu von älteren Arbeitnehmern leergefegt“ schreibt deren Bevollmächtigter. Stadelhofer geht nicht davon aus, daß die betroffenen Arbeitsplätze wieder eingerichtet werden, wenn sich die Konjunktur wieder belebt. Er fordert, daß die Arbeitnehmerinnen statt entlassen besser qualifiziert werden. — (db)