Fluchtburg für Roma
Fluchtburg für Roma
Rund 40 Roma haben am Sonntag, den 16. Mai, in der evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZGedenkstätte Dachau Zuflucht gefunden. Inzwischen sind annähernd 100 Roma in der Kirche. Viele von ihnen sind akut von der Abschiebung nach Mazedonien bedroht. Sie fordern von der Bundesregierung die Anerkennung als ethnische und kulturelle Minderheit, ein Bleiberecht für Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien sowie eine Behandlung nach der Genfer Flüchtlingskonvention. Die Pfarrer der Versöhnungskirche unterstützen die Aktion, sehen sich jedoch damit konfrontiert, daß der Raum in der Kirche begrenzt und die Infrastruktur überlastet ist. Außerdem wird damit gerechnet, daß weitere Roma in Dachau Schutz suchen. Daher wird erwogen, eine zweite Fluchtburg in München zu finden. Die Roma wollen mindestens bis zum evangelischen Kirchentag bleiben, der am 9. Juni in München beginnt, und diesen massiv zur Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Ausgelöst wurde die Aktion durch den Hungerstreik der Schriftstellerin Anita Geigges aus Baden-Baden für die Rechte der Roma. Sie hat ihren Hungerstreik inzwischen abgebrochen. — (maz)