Heft 1 vom 21.01.1994 6/1 scan 2026-07-31

Sieg nach turbulenten Szenen



Sieg nach turbulenten Szenen

Wir dokumentieren eine Stellungnahme des Kulturladen e. V. zu der Bewilligung eines Zuschußes von 300000 DM in der Gemeinderatssitzung vom 16.12.

(... )Nach endlosen Verhandlungsrunden und letztlich turbulenten Szenen im Gemeinderat, hat dieser uns einen Zuschuß von rund 300000 DM zugestanden. Dies kann als Sieg gefeiert werden, weil einige der Damen und Herren dieser unserer Provinzregierung am liebsten keinen Zuschuß gewährt hätten, und weil die Finanzlage der Stadt ach so schlecht ist.

Zu verdanken haben wir den Zuschuß wohl in erster Linie der starken Präsenz unserer Befürworter bei jener besagten Gemeinderatssitzung. Herzlichen Dank nochmals bei allen, die sich dort und an anderer Stelle lur uns stark gemacht haben. Wir setzen auch weiterhin auf Euch. Wenn wir gerade dabei sind, wollen wir mit den Danksagungen auch weitermachen. Natürlich konnten wir uns von Anfang an auf die Fraktion der FGL verlassen, die uns in jeder Phase auch beratend unterstützte. Eher überraschend für uns war das eindeutige und einstimmige Votum der SPD und die Art und Weise, wie Herr Leipold die Sache des Kulturladens zu seiner eigenen gemacht hat. Vielen Dank. Sehr nützlich war wohl auch ein Brief des Bundesvermögensamtes — formuliert von Herrn Gawron — der der städtischen Verwaltung die Konsequenzen eines Wegfalls des Kulturladens für die gesamte Sanierung des Cherisy-Areals vor Augen führte. Die Liste könnte ewig fortgeführt werden... Jetzt kommt das große „Aber“. Wir haben unseren Finanzierungsbedarf auf Heller und Pfennig vorgelegt und im Endeffekt nur 3/5 des Betrages erhalten, der beantragt und für ein vernünftiges Finanzierungskonzept notwendig gewesen wäre. Insgesamt fehlen uns jetzt nicht nur die 200000 DM von der Stadt, sondern wegen Landesmitteln und Bankkrediten, die abhängig von den städtischen Mitteln vergeben werden, ca. 2/5 der 1,35 Mio. DM Gesamtkosten, also ca 450000 DM. Eine Möglichkeit wäre, unser Konzept abzuspecken. Dabei würden wir aber bei weitem nicht soviel einsparen, wie wir müßten. Wir würden uns aber. was fatal wäre, einige Verdienstmöglichkeiten nehmen, die wir brauchen, um unsere Verbindlichkeiten abzuzahlen. Ist ein Betrieb nicht vernünftig ausgestattet, sind seine Anfangschancen recht gering.

Linksrhein ist ein Dienst von Christof Mainberger in Konstanz und erhebt keine personenbezogenen Daten.