Hohe Beteiligung
Warnstreiks Metall
Hohe Beteiligung
„Wenn wir den Arbeitgeber heute nicht in die Arme fallen, fallen wir ihnen morgen in die Hände. Deshalb nutzen wir nach Ablauf der Friedenspflicht unser Recht auf Warnstreik. Damit wollen wir die Arbeitgeber zur Einigung zwingen. Besonders in der Krise brauchen wir Beschäftigungssicherung und keinen Lohnabbau!“ Der von der IG Metall verteilte Aufruf zu Warnstreiks ist in den Betrieben auf rege Unterstützung gestoßen. Trotz massiven Arbeitsplatzabbaus und trotz der Angst um weitere Beschäftigung ist der Wille groß, weitere massive Einbußen bei Lohn und Gehalt zu verhindern. Großen Anteil an der Bereitschaft zur Gegenwehr hat sicher der breitangelegte Raubzug der Bundesregierung auf die Taschen von Arbeitern und Angestellten. Aber auch die Vielfalt der Forderungen der Metallkapitalisten stärkt den Widerstand. Der Forderungskatalog reicht von der Streichung des Urlaubsgeldes, Kürzung des Urlaubsanspruchs, Wegnahme von Urlaubstagen für Weihnachten bis zur Streichung der Akkordpausen und der bezahlten halbstündigen Pause im Dreischichtbetrieb.
Bisher hat die Gewerkschaft eher verhalten zu Streikaktionen aufgerufen. Die IG Metall versucht, mit vielen kleinen Aktionen Druck auf das Arbeitgeberlager auszuüben. Produktionseinbußen größeren Umfangs sollen vermieden werden, um keine kalte Aussperrung zu provozieren. Die Warnstreiksphase wird aber nicht über Februar hinausgehen. Auf der Funktionärsversammlung in Karlsruhe am 5. Februar 1994 soll entschieden werden, ob die IG Metall im Südwesten auf weitere Verhandlungen orientiert oder die Urabstimmung über Arbeitskampfmaßnahmen einleitet. — (ms)