Gegen Rassismus und Gewalt
Antifa-Ratschlag
Gegen Rassismus und Gewalt
Prof. R. Kühnl auf dem 2. landesweiten Ratschlag gegen Rassismus und Gewalt: „Erstens: Wir lassen uns nicht weismachen, daß es die Ausländer sind, die für die soziale Misere verantwortlich sind ... Zweitens: Wir lassen uns auch nicht weismachen, daß die Kriege, die gegenwärtig vorbereitet werden, etwas mit Frieden und Friedenssicherung zu tun haben — sie heißen nur jetzt Frieden: es gibt heute keine Kriegsmaßnahmen mehr, es gibt nur noch friedensschaffende Maßnahmen und friedenserhaltende Maßnahmen ... Und wir werden auch für diese Art von Friedensschaffung teuer zu bezahlen haben ... Und drittens: Nichts spricht dafür, daß Privatisierung und Deregulierung und Lohnabbau Arbeitsplätze schafft und die Wirtschaft ankurbelt. Im Gegenteil ... Es handelt sich um einen Großangriff auf die Rechte der arbeitenden Bevölkerung, und es handelt sich um einen prinzipiellen Versuch, die gesellschaftliche Reichtumsverteilung neu zu gestalten .. . Letzte Bemerkung: Auch wenn es uns in Deutschland gelingt, die extreme Rechte zurückzudrängen, und da bin ich eigentlich ganz optimistisch ... bleiben riesige Probleme ...“ Er beschreibt das Weltproblem der hungernden Massen im Süden und die kurzschlüssige Reaktion unserer Politiker, die das mit einer Welteingreiftruppe lösen wollen. Das war Reinhard Kühnls eigene Zusammenfassung seines Vortrags, zu dem am 5.2. beim 2. landesweiten Ratschlag gegen Rassismus und Gewalt in Stuttgart ca. 130 Menschen gekommen waren. Die Diskussion befaßte sich u.a. mit der Frage eines Einwanderungsgesetzes, mit der Rolle der Gewerkschaften („Ist Standortpolitik im Kern rassistisch?“), mit der Diskriminierung von Frauen, mit dem NordSüd-Konflikt. — (ulk)