Heft 10 vom 12.05.1994 6/10 scan 2026-07-31

IG Medien läßt sich nicht in die offene Schlacht zwingen

Tarifauseinandersetzung Druck


Tarifauseinandersetzung Druck

IG Medien läßt sich nicht in die offene Schlacht zwingen

Die Große Tarifkommission der IG Medien für die Druckindustrie hat am 9. Mai den Vorschlag des Schlichters abgelehnt. Sie beantragt aber nicht die Urabstimmung, sondern will zunächst die Mitglieder zu dem Papier befragen. Die Druckkapitalisten haben alles getan, um die IG Medien zu provozieren und in eine uferlose Auseinandersetzung zu ziehen: Für eine Lohnerhöhung von 2 Prozent bei drei Nullmonaten stellen sie Gegenforderungen, die das Ergebnis jahrelanger Tarifkämpfe vernichten sollen. Während der ganzen langen Verhandlungen verweigerten sie bis auf ein einziges Mal das Gespräch mit der Gewerkschaft. Statt dessen unterbreiteten sie immer neue Zumutungen, die sie allein in Parteiengesprächen mit dem Schlichter besprochen hatten, oder schickten diesen gar nur noch als Boten. Der Einigungsvorschlag der Druckkapitalisten enthält u.a. einen „Arbeitszeitkorridor“, in dem sie ab 1.4.1995 die Wochenarbeitszeit zwischen 33 und 37 Stunden festlegen können. Zuschläge für Überstunden sollen entfallen bei Abgeltung innerhalb von drei Monaten.

Die Warnstreiks in der Druckindustrie führten auch am letzten Wochenende zu Notausgaben bei Zeitungen, so bei Bechtle-Druck in Esslingen, wo Bild gedruckt wird. In Ulm hat eine Zeitungsdruckerei Beschäftigte der Druckvorstufe ohne Bezahlung „von der Arbeit freigestellt“, weil im Bereich Rotation/Vcrsand Streikaktionen stattfanden. — (ulk)

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